Bienenvolk erweitern: Der komplette Ratgeber zu Beutenerweiterung, Ablegern und Frühjahrsentwicklung
Ein Bienenvolk lässt sich auf zwei Arten erweitern: Ein starkes Volk erhält zusätzlichen Raum für Brut und Vorräte oder aus ihm wird ein neues Volk – ein Ableger – gebildet. Den richtigen Zeitpunkt bestimmen weder ein einzelnes Datum noch eine feste Zahl besetzter Waben. Entscheidend sind Volksstärke, Gesundheitszustand, Brut- und Futtervorrat, Wetter, Tracht und das verwendete Beutensystem.
Geben Sie einem Volk erst dann mehr Raum, wenn die Bienen ihn besetzen, warm halten und nutzen können. Einen Ableger sollten Sie nur aus einem gesunden und ausreichend starken Volk bilden. Außerdem muss vorher feststehen, wie der Ableger zu einer Königin kommt. Eine zu frühe Erweiterung kann die Entwicklung bremsen. Erfolgt sie zu spät, kann es im Stock eng werden und die Schwarmstimmung begünstigt werden.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen, wie Sie Waben, Brutraum oder Honigraum ergänzen, wie ein Ableger gebildet wird und welche Fehler ein Volk unnötig schwächen können.
Was bedeutet es, ein Bienenvolk zu erweitern?
In der Praxis kann der Begriff zwei verschiedene Maßnahmen bezeichnen.
| Ziel | Maßnahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Raum im bestehenden Volk erweitern | Wabe, Brutraumzarge oder Honigraum ergänzen | Das vorhandene Volk erhält mehr Platz |
| Zahl der Bienenvölker erhöhen | Ableger, Flugling oder Kunstschwarm bilden | Ein neues eigenständiges Volk entsteht |
Beide Vorgehensweisen können miteinander kombiniert werden. Ein starkes Volk kann zunächst mehr Raum erhalten und später Brut und Bienen für einen Ableger abgeben. Umgekehrt kann das Entnehmen von Brut die Enge im Muttervolk vorübergehend verringern. Keine der beiden Maßnahmen garantiert jedoch für sich allein, dass das Volk nicht schwärmt.
Was ist vor der Erweiterung zu kontrollieren?
Führen Sie zunächst eine zügige, aber ausreichende Durchsicht durch. Die Zahl der Bienen am Flugloch allein reicht für eine Beurteilung nicht aus. Entscheidend ist die Situation im Inneren der Beute.
Gesundheitszustand
Erweitern oder teilen Sie nur ein Volk ohne erkennbare Krankheitszeichen. Achten Sie auf das Brutbild, tote Bienen, verformte Flügel, ungewöhnlichen Geruch, Kotspuren und auffälliges Verhalten. Berücksichtigen Sie außerdem die Ergebnisse Ihrer Kontrolle auf die Varroamilbe (Varroa destructor).
Besteht Verdacht auf eine Erkrankung oder einen starken Varroabefall, muss zuerst das Gesundheitsproblem geklärt werden. Mit Brut und Bienen können Sie das Problem sonst auch in den neuen Ableger übertragen.
Vorhandensein und Leistung der Königin
Die Königin muss bei einer normalen Durchsicht nicht immer gefunden werden. Frische Eier, Brut unterschiedlichen Alters und ein ruhiges Verhalten des Volkes sind häufig ausreichende Hinweise auf ihre Anwesenheit. Ein lückenhaftes Brutbild kann mehrere Ursachen haben – von einer schwachen Königin über Futtermangel bis zu Krankheiten – und sollte deshalb nicht isoliert bewertet werden.
Vor der Ablegerbildung müssen Sie wissen, in welchem Teil die alte Königin bleiben soll. Wird sie unbeabsichtigt versetzt, verändert das die gesamte Planung und kann das Muttervolk ohne Königin zurücklassen.
Volksstärke
Die Bienen sollten den größten Teil des vorhandenen Raums dicht besetzen, während die Brutfläche zunimmt. Berücksichtigen Sie auch die Menge junger Pflegebienen. Ein schwaches Volk nutzt eine zusätzliche Zarge möglicherweise nicht. Werden ihm mehrere Brutwaben für einen Ableger entnommen, kann es erheblich geschwächt werden.
Vorräte und Tracht
Sowohl im Muttervolk als auch im neuen Ableger müssen ausreichend Honig- und Pollenvorräte verbleiben. Beim Erweitern mit Mittelwänden helfen warmes Wetter und Nektareintrag. Während einer Tracht bauen starke Völker neue Waben meist deutlich bereitwilliger aus als in einer kalten, trachtlosen Phase.
Wetter
Eine einzelne warme Stunde bedeutet noch keine stabile Wetterlage. Beachten Sie auch die Nachttemperaturen und die Vorhersage für die nächsten Tage. Bei kaltem und windigem Wetter sollte das Brutnest nicht stärker geöffnet werden als nötig.
Woran erkennt man, dass das Volk mehr Platz braucht?
Es gibt keine Regel, die für jede Beute und jedes Volk gleichermaßen gilt. Aussagekräftig ist die Kombination mehrerer Beobachtungen:
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Die Bienen besetzen den größten Teil der Waben oder Zargen dicht.
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Das Brutnest wächst und der Königin stehen immer weniger freie Zellen zum Stiften zur Verfügung.
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Nektar und Pollen werden zunehmend im Brutraum eingelagert und können das Brutnest einengen.
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Eine Tracht hat begonnen oder wird in den nächsten Tagen erwartet.
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Der zuletzt gegebene Raum wird bereits von den Bienen genutzt.
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Die Zahl junger Bienen nimmt sichtbar zu.
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Bei der Kontrolle finden sich Weiselzellen mit Ei oder Larve.
Bienen, die am Flugloch oder an der Beutenfront hängen, beweisen allein noch keinen Platzmangel. Bei großer Hitze kann dieses Verhalten der Belüftung dienen. Auch leere Spielnäpfchen bedeuten nicht automatisch Schwarmstimmung. Entscheidend sind ihr Inhalt, ihre Anzahl und der Gesamtzustand des Volkes.
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung | Sinnvolle Reaktion |
|---|---|---|
| Die meisten Waben sind dicht besetzt, die Tracht nimmt zu | Das Volk kann zusätzlichen Raum nutzen | Waben oder Zarge vorbereiten |
| Die Bienen sitzen nur in einem kleinen Teil der Beute | Der vorhandene Raum reicht vorerst aus | Nicht automatisch erweitern, Ursache der Schwäche suchen |
| Das Brutnest wird stark mit Nektar gefüllt | Der Königin fehlt möglicherweise Platz zum Stiften | Brutraum je nach System ordnen und Honigraum geben |
| Leere Spielnäpfchen | Häufig normal oder Beginn einer Entwicklung | Weiter beobachten, nicht allein danach entscheiden |
| Weiselzellen mit Larven und Futtersaft | Ausgeprägte Schwarmstimmung ist wahrscheinlich | Königin und Volkszustand prüfen und gezielte Maßnahme wählen |
| Verdeckelte Weiselzellen und weniger frische Eier | Schwarmabgang steht möglicherweise bevor oder hat stattgefunden | Zellen nicht blind brechen, zuerst Zustand des Volkes klären |
Wann wird im Jahresverlauf erweitert?
Der Kalender bietet nur eine grobe Orientierung. Höhenlage, Wetter, Volksstärke und Blühbeginn können die Entwicklung um mehrere Wochen verschieben.
Winterende und erste Reinigungsflüge
In dieser Phase stehen Futterkontrolle, Flugloch und der allgemeine Zustand im Vordergrund. Zerlegen Sie das Volk nicht unnötig. Droht Futtermangel, ist die Versorgung wichtiger als zusätzlicher Raum.
Erste dauerhaft warme Tage
Bei der ersten gründlicheren Durchsicht kontrollieren Sie Brut, Vorräte, Gesundheitszustand und anhand frischer Eier indirekt die Königin. Ein starkes Volk kann bald eine zusätzliche Wabe benötigen. Ein schwaches Volk braucht zunächst eher Wärme, Futter und Zeit.
Phase des schnellen Wachstums
Mit wachsender Brut schlüpfen immer mehr junge Bienen. Jetzt werden je nach System Waben, eine weitere Brutraumzarge oder der erste Honigraum gegeben. Die Erweiterung sollte etwas vorausschauend erfolgen: nicht erst, wenn jede Zelle belegt ist, aber auch nicht so früh, dass die Bienen den neuen Raum nicht besetzen können.
Schwarmzeit und Haupttracht
Starke Völker müssen regelmäßig kontrolliert werden. Wenn die Schwarmkontrolle vor allem auf der Suche nach Weiselzellen beruht, ist ein Abstand von ungefähr sieben Tagen sicherer als eine zehntägige Pause. Die Königinnenentwicklung verläuft schnell, sodass verdeckelte Zellen sonst zu spät entdeckt werden können.
Honigräume werden nach Belegung und erwarteter Tracht ergänzt. Bei starkem Nektareintrag ist es sinnvoll, ausgebaute Waben oder passende Mittelwände als Reserve bereitzuhalten.
Sommer nach der Haupttracht
Nach der Honigernte verändern sich die Ziele. Nun müssen ausreichend Raum und Vorräte erhalten bleiben, gleichzeitig rücken Varroakontrolle, Gesundheit und die Bildung langlebiger Winterbienen in den Vordergrund. Späte Ableger sind möglich, aber anspruchsvoller. Ihr Erfolg hängt besonders von einer guten begatteten Königin, genügend Bienen und Futter, geeigneter Witterung und ausreichender Entwicklungszeit ab.
Wie erweitert man ein bestehendes Bienenvolk?
Die konkrete Vorgehensweise richtet sich nach der Beutenkonstruktion und danach, ob Brutraum oder Honigraum vergrößert werden sollen.
Eine Wabe in den Brutraum geben
In einem einräumigen oder großvolumigen Brutraum kann das Volk wabenweise erweitert werden. Dafür eignen sich eine hygienisch einwandfreie ausgebaute Wabe oder eine Mittelwand.
Eine ausgebaute Wabe stellt sofort nutzbare Zellen bereit. Eine Mittelwand muss erst ausgebaut werden. Ihre Position hängt von Volksstärke und Temperatur ab:
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Bei kühler Witterung kommt die neue Wabe eher an den Rand des Brutnestes.
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Ein starkes Volk kann bei warmem Wetter kräftiger erweitert werden.
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Mehrere leere Waben sollten nicht gleichzeitig mitten in ein schwaches Brutnest gehängt werden.
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Brut und angrenzende Vorräte sollten zusammenhängend bleiben.
Eine Wabe im Zentrum kann den Bautrieb fördern und der Königin Platz schaffen, aber nur bei einem starken Volk und stabiler Wärme. Andernfalls wird das Brutnest unnötig geteilt und kann schlechter warm gehalten werden.
Mittelwände aus Bienenwachs müssen zur genauen Innenabmessung der Rähmchen passen. Wachs wird bei Kälte spröde. Lassen Sie kalte Mittelwände deshalb vor der Verarbeitung Raumtemperatur annehmen, ohne sie so stark zu erwärmen, dass sie sich verformen.
Eine Brutraumzarge aufsetzen
Bei Magazinbeuten kann eine weitere Brutraumzarge ergänzt werden. Sie wird leichter angenommen, wenn sie eine passende Mischung aus ausgebauten Waben und Mittelwänden enthält und das Volk genügend Bienen besitzt. Die genaue Anordnung hängt vom Rähmchenmaß und von der gewählten Betriebsweise ab.
Es wäre falsch zu behaupten, eine neue Brutraumzarge gehöre immer nach oben oder immer nach unten. In manchen Betriebsweisen werden niedrige Zargen gezielt umgestellt, in anderen bleibt ihre Reihenfolge erhalten. Entscheidend sind Beutensystem, aktuelle Lage des Brutnestes, Wetter und Tracht.
Einen Honigraum geben
Der Honigraum schafft Platz für Nektar und verringert die Einlagerung von Vorräten im Brutnest. Er wird über dem Brutraum aufgesetzt, wenn das Volk ausreichend stark ist und eine Tracht beginnt oder unmittelbar bevorsteht.
Ausgebaute Waben werden schneller genutzt. Stehen nur Mittelwände zur Verfügung, kann ein starkes Volk sie während einer guten Tracht zügig ausbauen. Bei schwachem Eintrag verläuft der Ausbau langsamer.
Ein Absperrgitter ist eine optionale Hilfe. Es hält die Königin vom Honigraum fern, kann dessen Annahme aber etwas verzögern, besonders wenn oberhalb nur Mittelwände hängen. Manche Imker setzen es sofort ein, andere erst nach Annahme des Honigraums und wieder andere arbeiten ohne Gitter. Unabhängig davon muss der Königin im Brutraum genügend Platz zum Stiften bleiben.
Bienenbeuten und passendes Zubehör müssen zum verwendeten Rähmchenmaß passen. Prüfen Sie vor dem Kauf die Abmessungen von Zarge, Rähmchen und Mittelwand.
Honigraum aufsetzen: Schritt für Schritt
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Volksstärke beurteilen. Die Bienen sollten den größten Teil des bisherigen Raums besetzen und das Brutnest sollte wachsen.
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Trachtlage prüfen. Beobachten Sie Nektareintrag, blühende Pflanzen und Wetterprognose.
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Passende Zarge vorbereiten. Kontrollieren Sie Rähmchen, Mittelwände und die hygienische Qualität ausgebauter Waben.
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Ruhig und zügig arbeiten. Setzen Sie den Honigraum entsprechend Ihrer Beutenkonfiguration über den Brutraum.
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Absperrgitter nach Betriebsweise einsetzen. Es ist nicht in jedem System zwingend erforderlich.
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Annahme kontrollieren. Passen Sie den Zeitpunkt der Kontrolle an Wetter und Tracht an. Prüfen Sie, ob die Bienen den Raum besetzen und darin arbeiten.
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Weiteren Raum rechtzeitig geben. Warten Sie bei starker Tracht nicht, bis sämtliche Waben vollständig verdeckelt sind.
Solange Honigräume zur Gewinnung von Speisehonig aufgesetzt sind, darf das Volk nicht mit Zuckerlösung gefüttert werden. Das Futter könnte in die für die Ernte bestimmten Vorräte gelangen. Das geerntete Produkt wäre dann kein unverfälschter Honig aus natürlicher Tracht.
Unterschiede zwischen Beutensystemen
Das Grundprinzip bleibt gleich: Das Volk erhält zur richtigen Zeit nutzbaren Raum. Die technische Umsetzung unterscheidet sich jedoch.
| System | Typische Erweiterung | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| B oder B10 | Brutraumwaben und Zargen entsprechend dem Aufbau | B10 ist nicht mit Optimal identisch; das richtige Rähmchenmaß verwenden |
| Optimal | Betriebsweise mit flachen Zargen gleichen Maßes | Reihenfolge und Eingriffe an Methode und Wetter anpassen |
| Langstroth | Weitere Brutraumzarge oder Honigraum | Es gibt unterschiedliche Rähmchenhöhen; Komponenten müssen zusammenpassen |
| Dadant | Großes Brutnest häufig seitlich mit Waben erweitern, flache Honigräume darüber | Große Brutraumwaben nicht mit flachen Honigraumwaben verwechseln |
B10 und Optimal sind unterschiedliche Rähmchensysteme. Auch die Bezeichnung „Zehn-Waben-Beute“ verrät allein noch nicht, welches Maß verwendet wird. Vergleichen Sie beim Kauf deshalb immer die genauen Abmessungen.
Bei Dadant wird der großvolumige Brutraum üblicherweise seitlich durch zusätzliche Waben erweitert. Darüber stehen flachere Honigräume. Die pauschale Aussage, Dadant werde normalerweise durch eine weitere Brutraumzarge unterhalb erweitert, ist daher nicht richtig.
Wie entsteht ein neues Bienenvolk?
Wer die Zahl seiner Völker erhöhen möchte, bildet meist einen Ableger. Dabei genügt es nicht, einfach einige Waben zu entnehmen. Die neue Einheit braucht genügend junge Bienen, geeignete Brut, Futter, einen passenden Raum und einen klaren Plan für ihre Königin.
Möglichkeiten der Königinnenversorgung
| Methode | Vorteil | Nachteil | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Ableger mit begatteter Königin | Nach erfolgreicher Annahme schnellster Brutbeginn | Höhere Kosten und mögliches Annahmerisiko | Praktisch auch für weniger Erfahrene |
| Ableger mit reifer Weiselzelle | Geringere Kosten und meist natürliche Annahme | Abhängig von Schlupf, Wetter und Begattung | Imker mit Erfahrung im Umgang mit Weiselzellen |
| Königinnenloser Ableger mit junger Brut | Keine Königin muss vorab gekauft werden | Langsamste und weniger planbare Entwicklung | Eher für Erfahrene und gute Bedingungen |
| Flugling oder künstliche Schwarmvorwegnahme | Verändert die Altersstruktur und kann ausgeprägte Schwarmstimmung bremsen | Erfordert exakte Aufteilung von Königin, Brut, Futter und Bienen | Für Anwender einer klar definierten Methode |
| Kunstschwarm aus abgekehrten Bienen | Neues Volk ohne übertragene Brut | Benötigt viele Bienen, Königin, Futter und Erfahrung | Fortgeschrittene Methode |
Geeignete Hilfsmittel für den kontrollierten Umgang mit Königinnen finden Sie in der Kategorie Königinnenzucht.
Ableger bilden: Schritt für Schritt
Die folgende Anleitung gibt einen Rahmen vor. Eine allgemein gültige Wabenzahl gibt es nicht. Eine große Dadantwabe enthält eine andere Brutfläche als ein niedriges Optimal-Rähmchen.
1. Gesundes und starkes Spendervolk auswählen
Das Spendervolk muss genügend Brut und Bienen besitzen, damit die Entnahme seine Entwicklung nicht gefährdet. Eine junge Königin ist keine zwingende Voraussetzung. Entscheidend sind Gesundheit, Volksstärke und Brutqualität.
2. Ablegerkasten vorbereiten
Benötigt werden ein sauberer Ablegerkasten oder eine Beute im passenden Rähmchenmaß, Boden, Deckel, verengtes Flugloch, Rähmchen und bei Bedarf ein interner Fütterer. Ein kleiner, angepasster Raum hilft dem neuen Volk, Wärme zu halten und sich gegen Räuberei zu verteidigen.
3. Königinnenversorgung festlegen
Entscheiden Sie vor der Wabenentnahme. Bei einer gekauften begatteten Königin sind die Anweisungen des Züchters zur Zusetzung und Freigabe zu beachten. Eine reife Weiselzelle muss vor Erschütterung und Auskühlung geschützt werden. Soll der Ableger selbst nachschaffen, benötigt er Eier oder sehr junge Larven, die zur Königinnenaufzucht geeignet sind.
4. Alte Königin lokalisieren
Vergewissern Sie sich, in welchem Volksteil sie verbleibt. Soll sie nicht in den Ableger gelangen, legen Sie kontrollierte Waben sicher ab und prüfen Sie jede zu entnehmende Brutwabe sorgfältig.
5. Brut und Vorräte zusammenstellen
Ein kleiner Ableger besteht häufig aus mehreren Waben mit überwiegend verdeckelter Brut, einer Futterwabe und ergänzenden Leerwaben oder Mittelwänden. Dies ist nur eine Orientierung. Die Menge muss an Wabengröße, Wetter, Jahreszeit, Volksstärke und Ziel des Ablegers angepasst werden.
Aus verdeckelter Brut schlüpfen bald junge Bienen. Soll der Ableger selbst eine Königin nachziehen, braucht er zusätzlich passende jüngste Brut. Ordnen Sie die Vorräte so an, dass sie erreichbar bleiben und das Brutnest nicht unnötig auseinandergerissen wird.
6. Genügend junge Bienen zugeben
Auf den Brutwaben müssen ausreichend Pflegebienen sitzen. Wird der Ableger am selben Stand gebildet, fliegt ein Teil der älteren Flugbienen zum Muttervolk zurück. Deshalb werden genügend junge Bienen zusätzlich zugegeben. Achten Sie dabei darauf, die alte Königin nicht unbeabsichtigt mit abzukehren.
7. Ableger aufstellen und Flugloch verengen
Eine Verbringung um etwa drei Kilometer oder weiter kann die Rückkehr der Flugbienen zum ursprünglichen Platz verringern, sie ist aber nicht zwingend. Ein Ableger kann auch auf demselben Bienenstand bleiben. Dann muss mit dem Abflug älterer Bienen gerechnet und mit ausreichend jungen Bienen sowie einer geeigneten Aufstellung gearbeitet werden.
Verengen Sie das Flugloch so, dass die kleine Einheit es verteidigen kann. Stellen Sie sie nicht ohne ausreichende Belüftung in die pralle Sonne.
8. Nur bei Bedarf füttern
Hat der Ableger zu wenig Vorräte oder herrscht Trachtmangel, kann ein kleiner interner Fütterer helfen. Vermeiden Sie Räuberei: Arbeiten Sie sauber, verschütten Sie keine Lösung und füttern Sie vorzugsweise am Abend. Bei guter natürlicher Tracht ist eine regelmäßige Fütterung nicht immer erforderlich.
Futterbehälter und Futter für Bienen sollten zur Beute und zur Größe des Ablegers passen.
9. Kontrolle an die Art der Königin anpassen
Öffnen Sie den Ableger nicht täglich. Bei einer gekauften Königin gelten die Angaben des Lieferanten. Nach dem Zusetzen einer Weiselzelle braucht die junge Königin Zeit zum Schlupf, zur Reifung, für Orientierungsflüge und zur Begattung. Häufige Eingriffe können diesen Ablauf stören.
10. Entwicklung und Gesundheit beobachten
Sobald Eier vorhanden sind, kontrollieren Sie Legetätigkeit und Futterversorgung. Kleine Einheiten reagieren empfindlich auf Räuberei, Hunger und Überhitzung. Gleichzeitig eignet sich die brutärmere Phase für eine gezielte Varroakontrolle und die Planung weiterer Maßnahmen.
Wann beginnt die neue Königin zu stiften?
Ein genauer Termin lässt sich nicht garantieren. Entscheidend sind Alter und Zustand der Königin oder Weiselzelle, Annahme, Wetter, Drohnenangebot und sichere Begattungsflüge.
| Ausgangslage | Ungefähre Erwartung | Mögliche Verzögerungen |
|---|---|---|
| Begattete Königin im Zusetzkäfig | Nach erfolgreicher Annahme kann sie innerhalb weniger Tage zu stiften beginnen | Ablehnung, übersehene alte Königin, Transportstress |
| Reife Weiselzelle | Bis zu den ersten Eiern vergehen häufig etwa zwei bis drei Wochen oder länger | Kälte, Regen, Wind, fehlende Drohnen, Verlust beim Begattungsflug |
| Eier oder junge Larven in weisellosem Ableger | Bis zu einer legenden Königin werden oft drei bis vier Wochen oder mehr benötigt | Ungeeignete Larve, beschädigte Zelle, schlechtes Wetter, erfolglose Begattung |
Von der Eiablage bis zum Schlupf einer Königin vergehen ungefähr 16 Tage. Anschließend benötigt sie Zeit zur Reifung und Begattung. Eine sicher legende Königin bereits 21 Tage nach dem Einhängen einer Wabe mit Eiern zu erwarten, ist daher häufig zu optimistisch.
Wenn am erwarteten Tag noch keine Eier zu sehen sind, sollten Sie nicht sofort unüberlegt eingreifen. Beurteilen Sie Verhalten, Weiselzellen und Wetter. Bei länger anhaltender Weisellosigkeit muss allerdings rechtzeitig gehandelt werden, bevor sich Afterweiseln entwickeln.
Flugling und künstliche Schwarmvorwegnahme
Ein Flugling nutzt die Standorttreue der Flugbienen: Sie kehren zum ursprünglichen Platz der Beute zurück. Es gibt mehrere Varianten. Deshalb muss genau feststehen, wohin alte Königin, Brut, Futter und junge Bienen gelangen.
Bei einem verbreiteten Grundprinzip wird das ursprüngliche Volk zur Seite gestellt. An seinen alten Platz kommt eine vorbereitete Beute mit der alten Königin und einer nach der gewählten Methode festgelegten Menge an Waben und Futter. Die Flugbienen kehren zu diesem Standort zurück. Der versetzte Teil behält den Großteil der Brut und jungen Bienen und erhält eine Weiselzelle oder eine andere Möglichkeit, zu einer Königin zu kommen.
Es reicht nicht, lediglich eine leere Beute mit alten Flugbienen an den ursprünglichen Platz zu stellen und ein vollwertiges Volk zu erwarten. Flugbienen allein ersetzen keine sinnvoll zusammengestellte Einheit mit Königin, Futter und geeignetem Wabenwerk.
Die Schwarmvorwegnahme kann bei ausgeprägter Schwarmstimmung helfen. Eine falsche Aufteilung kann jedoch einen Teil ohne Königin oder ohne genügend Pflegebienen zurücklassen. Führen Sie die Methode beim ersten Mal nach einer konkreten Anleitung und möglichst mit einem erfahrenen Imker durch.
Kunstschwarm aus abgekehrten Bienen
Ein Kunstschwarm wird aus einer ausreichend großen Bienenmasse gebildet, die von Waben abgekehrt oder abgeschlagen wurde, ohne Brutwaben zu übernehmen. Er erhält eine Königin und wird auf vorbereitete Rähmchen eingeschlagen. Da Brut und Vorräte fehlen, braucht er geeignete Bedingungen, gute Belüftung und in der Regel eine kontrollierte Fütterung.
Kontrollieren Sie vor dem Abkehren die Königinnen in den Spendervölkern. Werden unbeabsichtigt mehrere Königinnen zugesetzt oder wird einem Muttervolk seine einzige Königin entnommen, entstehen schwere Probleme. Diese Methode eignet sich eher für erfahrene Imker.
Erweiterung und Schwarmverhinderung
Schwärmen wird nicht allein durch Platzmangel ausgelöst. Einfluss haben Volksstärke und Altersstruktur, Genetik, Alter und Leistung der Königin, Enge im Brutnest, Nektareintrag, Wetter und die verwendete Betriebsweise.
Rechtzeitig gegebener Raum ist eine wichtige Vorbeugung, aber keine Garantie. Je nach Situation können außerdem helfen:
-
das Brutnest von zu vielen Vorräten zu entlasten,
-
den Honigraum vor einer starken Tracht aufzusetzen,
-
aus einem starken Volk einen Ableger zu bilden,
-
die Königin durch eine jüngere aus einer weniger schwarmfreudigen Linie zu ersetzen,
-
für ausreichende Belüftung und Beschattung bei großer Hitze zu sorgen,
-
während der Schwarmzeit regelmäßig zu kontrollieren,
-
einen korrekt geplanten Flugling oder eine Schwarmvorwegnahme anzuwenden.
Eine junge Königin senkt die Schwarmneigung häufig. Eine Königin über zwei Jahre führt jedoch nicht automatisch zum Schwärmen. Genetik und aktuelle Bedingungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Was tun bei Weiselzellen?
Unterscheiden Sie zunächst ein leeres Spielnäpfchen von einer Weiselzelle mit Ei, Larve und Futtersaft. Die Lage am unteren Wabenrand kann einen Hinweis geben, ist aber allein kein sicherer Beweis für Schwarmstimmung.
Wenn Sie entwickelte oder verdeckelte Weiselzellen finden:
-
prüfen Sie, ob die alte Königin und frische Eier vorhanden sind,
-
beurteilen Sie Brutmenge, Bienenmasse und Vorräte,
-
klären Sie, ob bereits ein Schwarm abgegangen sein könnte,
-
wählen Sie eine konkrete Maßnahme wie Ableger oder Schwarmvorwegnahme,
-
brechen Sie nicht alle Zellen, bevor der Zustand der Königin geklärt ist.
Das wiederholte bloße Brechen von Weiselzellen beendet eine ausgeprägte Schwarmstimmung oft nicht. Ist die alte Königin verloren gegangen oder der Vorschwarm bereits ausgezogen, können Sie das Volk durch das Zerstören sämtlicher Weiselzellen ohne Nachschaffungsmöglichkeit zurücklassen.
Passende Ausrüstung finden Sie unter Hilfsmittel beim Schwärmen.
Fütterung bei Erweiterung und Ablegerbildung
Fütterung gehört nicht automatisch zu jeder Erweiterung. Maßgeblich sind vorhandene Vorräte und natürlicher Eintrag.
Wann Fütterung helfen kann
-
Ein neuer Ableger hat zu wenig Futter.
-
Kälte oder Trockenheit unterbrechen die Tracht.
-
Ein Kunstschwarm beginnt ausschließlich auf Mittelwänden.
-
Außerhalb der Honigproduktion müssen Vorräte ergänzt werden.
Wann nicht gefüttert werden sollte
-
wenn Honigräume zur Gewinnung von Speisehonig aufgesetzt sind,
-
wenn das Volk ausreichend Futter und eine starke Tracht hat,
-
wenn verschüttetes Futter Räuberei auslösen könnte,
-
wenn keine saubere und kontrollierte Gabe möglich ist.
Für Ableger ist ein Fütterer innerhalb der Beute sicherer als offene Fütterung. Passen Sie die Menge an die Volksstärke an, damit das Futter abgenommen und verteidigt werden kann.
Häufige Fehler
Erweiterung nur nach Kalender
Ein festes Datum ignoriert Wetter und Volksstärke. Zwei Völker am selben Stand können die nächste Zarge zu unterschiedlichen Zeitpunkten benötigen.
Zu viel leerer Raum für ein schwaches Volk
Ein schwaches Volk besetzt den zusätzlichen Raum möglicherweise nicht. Problematisch ist nicht automatisch die Zarge über dem Volk, sondern vor allem das unnötige Auseinanderziehen des Brutnestes durch kalte leere Waben.
Honigraum zu spät geben
Wer wartet, bis jede Zelle belegt ist, schafft während einer starken Tracht einen Engpass. Geben Sie den vorbereiteten Honigraum etwas vorausschauend.
Beutensysteme verwechseln
B10 ist nicht Optimal, und auch bei Langstroth gibt es verschiedene Rähmchenhöhen. Unpassende Rähmchen oder Mittelwände lassen sich nicht korrekt verwenden.
Ableger ohne Königinnenplan
Die neue Einheit darf nicht ohne Möglichkeit bleiben, eine Königin zu bekommen. Gleichzeitig darf die alte Königin nicht unbemerkt im Ableger landen, wenn sie im Spendervolk verbleiben sollte.
Zu schwacher Ableger
Eine feste Rezeptur nur nach Wabenzahl kann täuschen. Berücksichtigen Sie Brutfläche, Bienenmenge und Rähmchenmaß. Ein schwacher Ableger verteidigt sich schlecht und entwickelt sich langsam.
Drei Kilometer als Pflicht ansehen
Die Entfernung ist hilfreich, aber nicht zwingend. Bleibt der Ableger am selben Stand, muss die Rückkehr der Flugbienen bewusst ausgeglichen werden.
Füttern während der Honigproduktion
Zuckerfutter gehört nicht in ein Volk mit Honigräumen, deren Inhalt als Speisehonig geerntet werden soll.
Weiselzellen automatisch zerstören
Ohne Kontrolle von Königin und Schwarmstatus können Sie dem Volk die einzige Möglichkeit nehmen, eine neue Königin aufzuziehen.
Junge Königin zu häufig kontrollieren
Während Schlupf, Reifung und Begattungsflügen braucht eine junge Königin Ruhe. Eine tägliche Durchsicht des Ablegers ist nicht hilfreich.
Welche Ausrüstung wird benötigt?
| Hilfsmittel | Verwendung |
|---|---|
| Passende Zarge oder Ablegerkasten | Zusätzlicher Raum oder neue Einheit |
| Rähmchen | Wabenbau im richtigen Maß |
| Mittelwände oder hygienisch sichere ausgebaute Waben | Aufbau und Nutzung des neuen Raums |
| Absperrgitter | Optionale Trennung von Brut- und Honigraum |
| Interner Fütterer | Bedarfsabhängige Fütterung eines Ablegers |
| Zusetzkäfig | Sicheres Zusetzen einer gekauften Königin |
| Fluglochkeil | Schutz einer kleinen Einheit vor Räuberei |
| Stockmeißel und Bienenbesen | Sichere Arbeit mit Waben und Bienen |
| Schutzkleidung | Schutz bei Durchsicht und Wabentransport |
| Stockkarte oder Notizbuch | Dokumentation von Brut, Königin, Futter und Kontrollen |
Die Grundausstattung finden Sie im Bereich Imkereibedarf. Für Neueinsteiger gibt es außerdem Startersets für Imker.
Schnelle Entscheidungshilfe
| Situation | Sinnvolle Überlegung |
|---|---|
| Starkes Volk vor der Tracht, zu wenig Raum für Vorräte | Honigraum aufsetzen |
| Die Königin findet im Brutnest zu wenige freie Zellen | Brutraum passend zum Beutensystem erweitern |
| Neues Volk mit schnellem Start gewünscht | Ableger mit begatteter Königin bilden |
| Eine hochwertige reife Weiselzelle ist vorhanden | Ableger mit Weiselzelle und genügend jungen Bienen bilden |
| Das Volk zeigt ausgeprägte Schwarmstimmung | Erprobten Flugling, Schwarmvorwegnahme oder passenden Ableger anwenden |
| Das Volk ist schwach oder krank | Nicht teilen, zuerst Ursache beheben |
| Nur durch mehr Raum soll Schwärmen verhindert werden | Raum rechtzeitig geben, aber auch Königin, Genetik, Brutnest und Weiselzellen kontrollieren |
Häufig gestellte Fragen
Wann ist es Zeit für eine weitere Zarge?
Die Bienen besetzen den größten Teil des vorhandenen Raums dicht, das Brutnest wächst und eine Tracht beginnt oder steht bevor. Warten Sie nicht bis zur vollständigen Füllung, geben Sie einem schwachen Volk aber auch keinen unnötig großen Leerraum.
Soll ich eine Wabe oder eine ganze Zarge geben?
Das hängt vom Beutensystem ab. Ein großvolumiger Brutraum wie Dadant wird häufig seitlich wabenweise erweitert. Niedrige Magazinbeuten werden oft zargenweise erweitert. Der Honigraum steht über dem Brutraum.
Wie viele Brutwaben braucht ein Ableger?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Entscheidend sind Wabengröße, Brutfläche und Brutalter, Menge junger Bienen, Wetter und Bildungszeitpunkt. Häufig werden mehrere Waben verwendet, aber dieselbe Zahl lässt sich nicht auf Dadant, B10 und Optimal übertragen.
Muss ein Ableger drei Kilometer entfernt aufgestellt werden?
Nein. Größere Entfernung verringert die Rückkehr der Flugbienen. Ein Ableger kann aber auch am selben Stand gebildet werden. Dann braucht er ausreichend junge Bienen, ein kleines Flugloch und eine Planung, die den Verlust älterer Flugbienen berücksichtigt.
Wann beginnt eine neue Königin zu stiften?
Eine begattete Königin kann nach erfolgreicher Annahme innerhalb weniger Tage beginnen. Bei einer reifen Weiselzelle sind häufig zwei bis drei Wochen oder mehr nötig. Bei Nachschaffung aus Ei oder jüngster Larve kann es drei bis vier Wochen oder länger dauern.
Verhindert ein zusätzlicher Honigraum das Schwärmen?
Nicht immer. Rechtzeitig gegebener Raum vermindert Enge, aber Schwarmverhalten wird auch von Genetik, Königin, Altersstruktur, Vorräten und Brutnest beeinflusst. Sind bereits entwickelte Weiselzellen vorhanden, reichen ein Honigraum oder bloßes Zellenbrechen häufig nicht aus.
Muss ein Ableger nach der Bildung immer gefüttert werden?
Nein. Füttern Sie nur, wenn Vorräte oder natürlicher Eintrag fehlen. Nutzen Sie einen internen Fütterer und verhindern Sie Räuberei. Solange Honig für die Ernte produziert wird, darf kein Zuckerfutter gegeben werden.
Ist ein Absperrgitter zwingend erforderlich?
Nein. Es ist nützlich, aber optional. Die Entscheidung hängt von Beutensystem und Betriebsweise ab. Die Königin muss unabhängig davon ausreichend Platz im Brutraum haben.
Sind B10 und Optimal dasselbe System?
Nein. Es handelt sich um unterschiedliche Rähmchensysteme. Prüfen Sie vor dem Kauf von Rähmchen, Mittelwänden und Zargen immer die genauen Maße.
Kann ein Anfänger einen Ableger bilden?
Ja. Der erste Ableger sollte jedoch möglichst gemeinsam mit einem erfahrenen Imker gebildet werden. Einfacher ist häufig die Arbeit mit einer hochwertigen begatteten Königin und einem vorbereiteten Ablegerkasten.
Kann ein Ableger im Spätsommer gebildet werden?
Ja, aber das ist anspruchsvoller. Er benötigt eine gute begattete Königin, genügend Bienen und Vorräte, Varroakontrolle und Zeit für die Bildung der Wintergeneration. Ein schwacher später Ableger überwintert möglicherweise nicht sicher.
Fazit
Ein Bienenvolk erfolgreich zu erweitern ist keine Frage eines festen Kalenderdatums. Beurteilen Sie zuerst Gesundheit, Volksstärke, Brut, Vorräte, Wetter und Tracht. Geben Sie einem bestehenden Volk nur so viel Raum, wie es besetzen und nutzen kann. Ein neuer Ableger braucht ausreichend Brut, junge Bienen und Futter sowie einen klaren Plan für seine Königin.
Arbeiten Sie bei der Schwarmverhinderung frühzeitig, verlassen Sie sich aber nicht ausschließlich auf einen zusätzlichen Honigraum. Kontrollieren Sie Brutnest, Weiselzellen, Königinnenleistung und Gesamtbedingungen. Wenn Sie bei der Aufteilung der Waben oder beim Königinnenstatus unsicher sind, kann die Unterstützung eines erfahrenen Imkers sowohl das Muttervolk als auch den Ableger schützen.
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