Bienenschwarm einfangen: Anleitung und Ausrüstung
Einen Bienenschwarm fängt man am einfachsten ein, indem man einen Schwarmfangkasten oder eine andere gut belüftete Kiste unter die Bienentraube stellt und die Bienen mit einer kurzen, entschlossenen Bewegung hineinschüttelt. Befindet sich anschließend auch die Königin im Behälter, ziehen die übrigen Bienen gewöhnlich nach und nach zu ihr.
Das Einfangen eines Bienenschwarms ist jedoch nicht völlig ungefährlich. Die Bienen können stechen und Schwärme lassen sich häufig in großer Höhe oder an schwer zugänglichen Stellen nieder. Anfänger sollten ihren ersten Schwarm deshalb gemeinsam mit einem erfahrenen Imker einfangen.
Zur Grundausrüstung gehören Imkerschutzkleidung, ein belüfteter Schwarmfangkasten, ein Bienenbesen, ein helles Tuch und – je nach Position des Schwarms – ein Schwarmfänger mit Stange. Passende Hilfsmittel beim Schwärmen finden Sie bei MEDÁREŇ.
Aktualisiert: August 2026
Was ist ein Bienenschwarm?
Das Schwärmen ist die natürliche Form der Vermehrung eines Bienenvolkes. Ein Teil der Bienen verlässt gemeinsam mit der Königin den bisherigen Bienenstock und sucht eine neue Behausung.
Nach dem Auszug setzt sich der Schwarm häufig vorübergehend an folgenden Stellen ab:
-
an einem Ast,
-
in einer Hecke,
-
an einem Zaun oder Pfosten,
-
an einer Hausfassade,
-
unter einer Dachrinne,
-
auf Gartenmöbeln,
-
gelegentlich auch am Boden.
Die Bienen bilden eine dichte Traube, die wie ein großer Tropfen oder Ball aussehen kann. Von dort fliegen Kundschafterinnen aus, um eine geeignete Höhle für das neue Nest zu suchen.
Nach Angaben der University of Minnesota Extension kann eine solche Schwarmtraube etwa eine Stunde, aber auch mehrere Tage an ihrem vorübergehenden Platz bleiben. Entscheidend sind das Wetter und die Zeit, die die Bienen zur Auswahl einer neuen Behausung benötigen.
Soll der Schwarm eingefangen und in einer Beute untergebracht werden, sollte man daher nicht unnötig lange warten. Sobald die Kundschafterinnen einen geeigneten Ort ausgewählt haben, kann der gesamte Schwarm innerhalb weniger Minuten weiterfliegen.
Wie erkennt man einen Bienenschwarm?
Ein typischer Honigbienenschwarm besteht aus mehreren Tausend Bienen, die eine kompakte Traube bilden. Meist hängt diese an einem Ast, Strauch, Zaun oder einem anderen frei zugänglichen Gegenstand.
Vor dem Eingriff sollte geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Honigbienen handelt.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Erklärung |
|---|---|
| Große, frei hängende Bienentraube an einem Ast | Vorübergehend niedergelassener Honigbienenschwarm |
| Regelmäßiger Bienenflug in eine Öffnung der Hauswand | Bereits in einem Gebäude angesiedeltes Bienenvolk |
| Kleine Bienen fliegen aus einzelnen Erdlöchern | Wahrscheinlich Wild- oder Solitärbienen |
| Große, stark behaarte Bienen an einer Bodenöffnung | Wahrscheinlich Hummeln |
| Glatter gelb-schwarzer Körper und papierartiges Nest | Wahrscheinlich Wespen |
| Sehr große gelbbraune Tiere an einer Höhle | Möglicherweise Hornissen |
Schwarmfänger kümmern sich üblicherweise um Schwärme der Honigbiene. Hummeln und Solitärbienen schwärmen nicht auf dieselbe Weise und müssen normalerweise nicht umgesetzt werden.
Wenn Sie unsicher sind, senden Sie vor dem Eingriff ein Foto an einen erfahrenen Imker oder Imkerverein.
Ist ein Bienenschwarm gefährlich?
Ein frei hängender Schwarm ist meist ruhiger als ein Bienenvolk, das seine Beute, Brut und Vorräte verteidigt. Trotzdem können auch Schwarmbienen stechen.
Das Risiko steigt, wenn Sie:
-
wiederholt gegen die Bienentraube schlagen,
-
Bienen quetschen oder verletzen,
-
in unmittelbarer Nähe einen Rasenmäher oder eine laute Maschine verwenden,
-
den Schwarm mit Wasser bespritzen,
-
chemische Mittel einsetzen,
-
direkt in der Flugbahn stehen,
-
ohne Schutzkleidung arbeiten.
Kinder und Haustiere sollten ausreichend Abstand halten. Personen mit einer bekannten schweren Allergie gegen Bienenstiche dürfen sich nicht am Schwarmfang beteiligen.
Befindet sich der Schwarm an einer Stromleitung, auf einem Kamin, hoch auf einem Dach, über einer Straße oder an einer anderen gefährlichen Stelle, sollte der Einsatz einem erfahrenen Imker oder einer entsprechend ausgerüsteten Fachkraft überlassen werden.
Welche Ausrüstung braucht man zum Einfangen eines Bienenschwarms?
Die wichtigste Ausrüstung besteht aus geeigneter Schutzkleidung und einem Behälter, in dem der Schwarm vorübergehend sicher untergebracht und transportiert werden kann.
Grundausrüstung für den Schwarmfang
| Hilfsmittel | Zweck | Bedeutung |
|---|---|---|
| Imkerjacke oder Imkeranzug | Schutz des Körpers vor Stichen | Unverzichtbar |
| Imkerhut oder Schleier | Schutz von Gesicht, Augen und Hals | Unverzichtbar |
| Imkerhandschuhe | Schutz der Hände | Empfohlen |
| Schwarmfangkasten oder belüftete Kiste | Aufnahme und Transport des Schwarms | Unverzichtbar |
| Bienenbesen | Vorsichtiges Abkehren der Bienen | Empfohlen |
| Helles Tuch oder Leintuch | Erleichtert den Bienen das Auffinden des Eingangs | Empfohlen |
| Spanngurt | Sicherung des Behälters beim Transport | Empfohlen |
| Gartenschere | Abschneiden eines kleineren Astes | Je nach Situation |
| Smoker | Vorsichtiges Lenken der Bienen | Optional |
| Stirnlampe | Arbeiten nach Einbruch der Dunkelheit | Optional |
| Erste-Hilfe-Set und Mobiltelefon | Absicherung bei Zwischenfällen | Empfohlen |
Geeignete Jacken, Handschuhe und Schleier finden Sie im Bereich Imkerbekleidung.
Ausrüstung für einen Schwarm in größerer Höhe
| Hilfsmittel | Verwendung |
|---|---|
| Schwarmfänger mit Stange | Auffangen eines Schwarms an einem höheren Ast |
| Teleskopstange | Vergrößerung der Reichweite |
| Stabile Leiter | Nur auf ebenem und festem Untergrund |
| Schutzhelm | Schutz bei Arbeiten unter Bäumen |
| Zweite Person | Sicherung der Leiter und Unterstützung |
Der Schwarmfänger mit Stange von BEE besitzt einen Stoffbeutel, der unter die Bienentraube gehalten wird. Durch eine kurze Bewegung des Astes fallen die Bienen in den Beutel, der anschließend verschlossen werden kann.
Auch ein guter Schwarmfänger rechtfertigt kein unnötiges Absturzrisiko. Ist der Schwarm vom Boden oder von einer stabil aufgestellten Leiter aus nicht sicher erreichbar, sollte der Einsatz abgebrochen werden.
Ausrüstung für das spätere Einschlagen des Schwarms
Noch vor dem Fang sollte feststehen, wo das neue Bienenvolk untergebracht wird.
Benötigt werden je nach Betriebsweise:
-
eine vorbereitete Beute oder ein geeigneter Ablegerkasten,
-
Boden und Deckel,
-
passende Rähmchen,
-
Mittelwände,
-
eventuell eine Futtereinrichtung,
-
geeignetes Futter bei fehlender Tracht,
-
ein stabiler Beutenständer,
-
ein Gurt zur Sicherung der Beute.
Es ist ungünstig, zuerst einen Schwarm einzufangen und erst danach nach einer Unterkunft zu suchen.
Schwarmfangkasten, Karton oder Strohkorb?
Für den kurzfristigen Schwarmfang kommen unterschiedliche Behälter infrage. Am praktischsten ist ein stabiler Schwarmfangkasten mit guter Belüftung und verschließbarem Flugloch.
| Behälter | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Schwarmfangkasten | Gute Belüftung, stabil, sicherer Transport | Höherer Anschaffungspreis |
| Strohkorb | Traditionelle Methode, einfaches Abschütteln | Für längere Transporte weniger praktisch |
| Holzkiste | Stabil und wiederverwendbar | Benötigt ausreichend große Lüftungsöffnungen |
| Karton | Schnell verfügbares Notfallmittel | Kann beschädigt werden und ist schwerer zu sichern |
| Kunststoffbehälter | Leicht zu reinigen | Ohne Belüftung besteht akute Überhitzungsgefahr |
Der Behälter darf niemals luftdicht verschlossen werden. Mehrere Tausend Bienen erzeugen erhebliche Wärme und können in einer unbelüfteten Kiste sehr schnell überhitzen oder ersticken.
Bienenschwarm einfangen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Sicherstellen, dass es Honigbienen sind
Beobachten Sie Aussehen, Größe und Verhalten der Tiere. Ein typischer Schwarm bildet eine kompakte Traube an einer frei zugänglichen Stelle.
Fliegen die Bienen dagegen regelmäßig in eine Wand-, Dach- oder Kaminöffnung, handelt es sich wahrscheinlich bereits um ein angesiedeltes Bienenvolk. Eine solche Umsiedlung ist deutlich aufwendiger, weil auch Waben, Brut und Vorräte entfernt werden müssen.
2. Zugang und Risiken prüfen
Beantworten Sie vor Beginn folgende Fragen:
-
Kann ich den Schwarm gefahrlos erreichen?
-
Ist der Ast stabil?
-
Befindet sich eine Stromleitung in der Nähe?
-
Könnten Fußgänger oder der Straßenverkehr gefährdet werden?
-
Habe ich Schutzkleidung und einen geeigneten Behälter?
-
Ist eine vorbereitete Beute vorhanden?
-
Gelten am Zielort tierseuchenrechtliche Einschränkungen?
Kann eine dieser wesentlichen Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden, sollte ein erfahrener Imker hinzugezogen werden.
3. Schutzkleidung anziehen
Ziehen Sie eine Imkerjacke oder einen Anzug, einen Schleier und Handschuhe an. Kontrollieren Sie Reißverschlüsse, Ärmel und Hosenbeine. Bienen finden auch kleine ungesicherte Öffnungen.
Vermeiden Sie intensive Parfüms und bewegen Sie sich ruhig und kontrolliert.
4. Schwarmfangkasten vorbereiten
Stellen Sie den Behälter möglichst nahe unter die Bienentraube. Vor dem Eingang kann ein helles Tuch ausgelegt werden. Darauf sind heruntergefallene Bienen gut sichtbar und finden leichter zum Eingang.
Der Schwarmfangkasten benötigt:
-
ausreichend Platz,
-
wirksame Belüftung,
-
einen verschließbaren Eingang,
-
einen stabilen Deckel,
-
eine sichere Tragemöglichkeit.
5. Schwarm in den Behälter schütteln
Hängt der Schwarm an einem kleineren Ast, halten Sie den Behälter darunter und bewegen den Ast einmal kurz und entschlossen. Der größte Teil der Bienentraube sollte direkt hineinfallen.
Kann ein kleiner Ast gefahrlos abgeschnitten werden, lässt er sich mitsamt den Bienen in den Behälter legen. Achten Sie darauf, keine Bienen mit dem Deckel zu quetschen.
Sitzt der Schwarm an einem Stamm, einer Wand oder einer anderen ebenen Fläche, können die Bienen vorsichtig abgekehrt oder portionsweise in die Kiste geschöpft werden. Geeignete Modelle finden Sie in der Kategorie Bienenbesen.
6. Verhalten der Bienen beobachten
Verschließen Sie den Behälter nach dem ersten Abschütteln nicht sofort vollständig. Stellen Sie ihn im Schatten möglichst nahe an den ursprünglichen Sammelplatz und lassen Sie den Eingang offen.
Ist die Königin im Behälter, beginnen sich die übrigen Bienen häufig am Eingang zu sammeln und hineinzulaufen. Einzelne Arbeiterinnen können mit dem Hinterleib nach oben am Eingang stehen und durch Fächeln einen Orientierungssignalduft verbreiten.
Dieses Verhalten ist ein gutes Zeichen, aber noch kein absoluter Beweis dafür, dass die Königin im Kasten sitzt.
Kehren die Bienen immer wieder zum ursprünglichen Ast zurück, ist die Königin möglicherweise dort geblieben. Dann muss der Fang wiederholt werden.
7. Rückkehrende Flugbienen abwarten
Lassen Sie die offene Schwarmkiste nach einem erfolgreichen Fang zunächst am Fundort stehen. Flugbienen, die während des Eingriffs unterwegs waren, kehren nach und nach zur Königin zurück.
Der Schwarmfang besteht deshalb häufig aus zwei Phasen:
-
Königin und Hauptmasse des Schwarms einfangen,
-
am Abend zurückkehren und die Kiste mit den verbliebenen Bienen abholen.
Auch die British Beekeepers Association beschreibt den Schwarmfang als einen Vorgang in zwei Teilen.
8. Kiste am Abend schließen und sichern
Wenn die Flugaktivität deutlich nachlässt und sich die meisten Bienen im Behälter befinden, wird der Eingang geschlossen. Die Lüftungsöffnungen müssen frei bleiben.
Beim Transport:
-
den Behälter mit einem Gurt sichern,
-
vor direkter Sonne schützen,
-
niemals in einem aufgeheizten Fahrzeug stehen lassen,
-
eine ausreichende Belüftung gewährleisten,
-
in stabiler Position transportieren.
9. Schwarm in die vorbereitete Beute einschlagen
Der Schwarm kann vorsichtig zwischen die vorbereiteten Rähmchen geschüttet werden. Alternativ werden die Bienen auf ein helles Tuch vor dem Flugloch gegeben und laufen von dort selbstständig in die Beute.
Die Beute muss stabil stehen und mit passendem Boden, Deckel, Rähmchen und ausreichender Belüftung vorbereitet sein.
Nach dem Einschlagen sollte das Volk zunächst Ruhe bekommen. Häufige Kontrollen können das Risiko erhöhen, dass der Schwarm den neuen Standort wieder verlässt.
Braucht man beim Schwarmfang einen Smoker?
Ein Smoker gehört zur üblichen Imkerausrüstung. Beim Einfangen eines frei hängenden Schwarms wird er jedoch häufig nicht benötigt.
Ein Schwarm ist meist ruhig. Zu viel Rauch kann die Bienen unnötig beunruhigen oder dazu führen, dass die Schwarmtraube auseinanderfällt. Rauch sollte deshalb nur sparsam und gezielt verwendet werden.
Blasen Sie niemals heißen Rauch direkt in die Bienentraube. In trockenem Gras oder Waldnähe ist außerdem besondere Vorsicht mit offenem Feuer notwendig. Verschiedene Modelle finden Sie in der Kategorie Smoker.
Wie fängt man einen Bienenschwarm hoch im Baum?
Für höher sitzende Schwärme eignet sich ein Schwarmfänger an einer langen oder teleskopischen Stange. Der Beutel wird unter die Bienentraube gebracht und der Schwarm durch eine kurze Bewegung des Astes aufgefangen.
Vorgehensweise:
-
Schwarmfangkasten und helles Tuch unter dem Baum vorbereiten,
-
Schwarmfänger sicher an der Stange befestigen,
-
Beutel direkt unter die Bienentraube halten,
-
Ast kurz bewegen oder leicht schütteln,
-
Beutel verschließen,
-
Bienen in den Schwarmfangkasten geben,
-
Kasten am ursprünglichen Ort geöffnet stehen lassen.
Befindet sich der Schwarm zu hoch, über einer Stromleitung oder an einem instabilen Ast, darf kein improvisierter Leiteraufbau verwendet werden. Ein Bienenschwarm ist kein schweres Sturzrisiko wert.
Hilft ein Schwarmpheromon?
Ein Pheromongel oder Lockstoffspray wird vor allem verwendet, um einen Schwarm in eine vorbereitete leere Beute oder Schwarmfalle zu locken. Für das manuelle Einfangen eines bereits an einem Ast sitzenden Schwarms ist es nicht zwingend erforderlich.
Das Schwarmpheromon-Gel wird gemäß Produktanleitung in geringer Menge am Flugloch und im Inneren der vorbereiteten Beute aufgetragen. Die Wirkung einer Anwendung ist zeitlich begrenzt und muss bei Bedarf erneuert werden.
Eine Lockbeute sollte nur dort aufgestellt werden, wo sie regelmäßig kontrolliert und ein eingefangener Schwarm sicher abgeholt werden kann.
Häufige Fehler beim Schwarmfang
Unbelüfteter Behälter
Ein eingeschlossener Schwarm erzeugt viel Wärme. Ohne ausreichende Luftzufuhr kann es zu Überhitzung und zum Tod der Bienen kommen.
Zu frühes Wegbringen
Wird die Kiste unmittelbar nach dem Abschütteln entfernt, bleiben viele Flugbienen am ursprünglichen Platz zurück. Warten Sie, bis sie sich zur Königin gesammelt haben.
Keine vorbereitete Beute
Ein Schwarm sollte nicht mehrere Tage in einem kleinen Karton bleiben. Die neue Behausung muss bereits vor dem Fang vorbereitet sein.
Wiederholte harte Schläge gegen den Ast
Meist genügt eine kurze, entschlossene Bewegung. Wiederholte Erschütterungen beunruhigen die Bienen und können die Schwarmtraube zerstreuen.
Zu viel Rauch
Starkes Einräuchern ist bei einem ruhigen Schwarm normalerweise nicht erforderlich und kann den Fang erschweren.
Riskantes Arbeiten auf der Leiter
Die größte Gefahr beim Schwarmfang sind häufig nicht die Bienen, sondern ein Sturz vom Baum oder von einer Leiter.
Einsatz chemischer Mittel
Verwenden Sie bei einem Bienenschwarm keine Insektizide, Reinigungsmittel oder andere Chemikalien. Kann der Schwarm nicht sicher entfernt werden, wenden Sie sich an einen Imker.
Was ist nach dem Einfangen zu tun?
Ein Schwarm unbekannter Herkunft sollte nicht sofort mit einem vorhandenen Bienenvolk vereinigt werden. Er kann unter anderem mitbringen:
-
Varroamilben,
-
Viruserkrankungen,
-
bakterielle oder pilzbedingte Erkrankungen,
-
eine alte oder beschädigte Königin,
-
unerwünschte Eigenschaften wie erhöhte Stechlust.
Bringen Sie den Schwarm zunächst in einer eigenen Beute unter. Beobachten Sie sein Verhalten und kontrollieren Sie nach einigen Tagen die Bautätigkeit, später die Königin und das Brutbild.
Prüfen Sie vor dem Transport und der Aufstellung außerdem, ob in der Region veterinärrechtliche Schutzmaßnahmen oder Verbringungsbeschränkungen gelten. Behandlungen dürfen ausschließlich mit zugelassenen Mitteln und nach der jeweils aktuellen Gebrauchsanweisung durchgeführt werden.
Der Schwarm führt zwar einen begrenzten Vorrat in den Honigblasen mit sich, dieser reicht jedoch nicht lange. Bei schlechtem Wetter oder fehlender Tracht kann eine Fütterung notwendig sein.
Wann sollte man einen erfahrenen Imker rufen?
Holen Sie Hilfe, wenn:
-
keine geeignete Schutzkleidung vorhanden ist,
-
der Schwarm hoch im Baum oder auf einem Dach sitzt,
-
sich eine Stromleitung in der Nähe befindet,
-
der Schwarm über einer Straße oder einem stark benutzten Gehweg hängt,
-
sich eine Person mit schwerer Insektengiftallergie in der Nähe befindet,
-
die Bienen ungewöhnlich aggressiv reagieren,
-
die Bienen bereits in einer Wand, im Kamin oder unter dem Dach leben,
-
Honigbienen nicht sicher von Wespen oder Hornissen unterschieden werden können,
-
keine vorbereitete Beute vorhanden ist,
-
Sie noch nie mit Bienen gearbeitet haben.
Bienen in einem Gebäudehohlraum sind normalerweise kein frei hängender Schwarm mehr. Die Umsiedlung kann das Öffnen der Konstruktion, das Entfernen der Waben und die anschließende Abdichtung der Zugänge erfordern.
Checkliste vor der Fahrt zum Schwarm
-
Imkerjacke oder Schutzanzug,
-
Imkerschleier,
-
Handschuhe,
-
belüfteter Schwarmfangkasten,
-
helles Tuch,
-
Bienenbesen,
-
Spanngurt,
-
Gartenschere,
-
Schwarmfänger mit Stange, falls erforderlich,
-
Stirnlampe,
-
vorbereitete Beute mit Rähmchen,
-
geladenes Mobiltelefon,
-
zweite Person bei einem schwierigeren Einsatz.
Häufig gestellte Fragen
Wie lässt sich ein Bienenschwarm am einfachsten einfangen?
Stellen Sie einen belüfteten Schwarmfangkasten unter die Bienentraube und schütteln Sie die Bienen mit einer kurzen, entschlossenen Bewegung hinein. Lassen Sie den Eingang anschließend im Schatten geöffnet und beobachten Sie, ob die übrigen Bienen in den Behälter ziehen.
Woran erkennt man, dass die Königin im Schwarmfangkasten ist?
Ein gutes Zeichen ist, wenn die Bienen nicht mehr zum ursprünglichen Ast zurückkehren, sich am Eingang sammeln und nach und nach in die Kiste laufen. Vollständige Sicherheit gibt erst eine spätere Kontrolle.
Kann man einen Bienenschwarm in einem Karton transportieren?
Ein stabiler Karton kann als kurzfristige Notlösung dienen. Er muss sicher verschließbar und vor allem gut belüftet sein. Für regelmäßige Schwarmfänge ist ein geeigneter Schwarmfangkasten sicherer.
Benötigt man einen Smoker?
Nicht immer. Frei hängende Schwärme sind häufig ruhig. Ein Smoker sollte nur sparsam eingesetzt werden, wenn die Bienen gezielt gelenkt werden müssen.
Wann sollte man den eingefangenen Schwarm abholen?
Der Schwarm wird meist tagsüber eingefangen und am Abend abgeholt, wenn die Flugbienen zurückgekehrt sind und sich der größte Teil des Schwarms im Behälter befindet.
Wie lange darf ein Schwarm im Fangbehälter bleiben?
Der Behälter dient nur zur vorübergehenden Unterbringung und zum Transport. Der Schwarm sollte möglichst bald in eine vorbereitete Beute eingeschlagen werden. Lassen Sie ihn niemals ohne Belüftung oder in direkter Sonne stehen.
Was tun, wenn der Schwarm wieder aus der Kiste fliegt?
Möglicherweise befindet sich die Königin nicht im Behälter oder die Bienen haben den Platz nicht angenommen. Stellen Sie die Kiste wieder an den ursprünglichen Sammelplatz und versuchen Sie, die Hauptmasse einschließlich der Königin einzufangen.
Kann ich einen gefundenen Bienenschwarm behalten?
Ein Schwarm allein reicht nicht aus, um mit der Imkerei zu beginnen. Erforderlich sind eine passende Beute, ein geeigneter Standort, Schutzkleidung, Kenntnisse über die ganzjährige Betreuung sowie die Einhaltung der örtlichen Melde- und Tiergesundheitsvorschriften. Ist der Eigentümer des ausgeschwärmten Volkes bekannt, sollte zuerst mit ihm Kontakt aufgenommen werden.
Wo kann man Ausrüstung für den Schwarmfang kaufen?
Schwarmfänger, Lockstoffe und weitere praktische Hilfsmittel finden Sie in der Kategorie Hilfsmittel beim Schwärmen.
Fazit
Zum Einfangen eines Bienenschwarms benötigen Sie vor allem Ruhe, einen sicheren Zugang, geeignete Schutzkleidung und einen gut belüfteten Schwarmfangkasten. Gelingt es, die Königin in den Behälter zu bekommen, ziehen die übrigen Bienen normalerweise nach und nach zu ihr.
Zu den größten Fehlern gehören das Arbeiten ohne Schutz, ein unbelüfteter Behälter und riskantes Klettern. Ist der Schwarm nicht sicher erreichbar oder fehlt die Erfahrung im Umgang mit Bienen, sollte ein örtlicher Imker hinzugezogen werden.
Passende Ausrüstung finden Sie in den Kategorien:
