Was ist im Frühjahr bei den Bienen zu tun? Praxisleitfaden von März bis Mai
Im Frühjahr verändert sich ein Bienenvolk besonders schnell. Die Winterbienen sterben nach und nach ab, die Königin erweitert das Brutnest und mit zunehmender Brut steigen Futter- und Wasserbedarf deutlich. Die Aufgabe der Imkerin oder des Imkers besteht nicht darin, diese Entwicklung um jeden Preis zu beschleunigen. Entscheidend ist, Futtermangel, Weisellosigkeit, Krankheiten, Platzmangel und beginnende Schwarmstimmung rechtzeitig zu erkennen.
Frühjahrsarbeiten dürfen nicht ausschließlich nach dem Kalender erfolgen. Ein März im pannonisch geprägten Osten Österreichs kann völlig anders verlaufen als derselbe Monat in einem Alpental. Ausschlaggebend sind Temperatur, Wind, Wetterprognose, Höhenlage, Vegetationsentwicklung und die Stärke des einzelnen Volkes.
Dieser Ratgeber führt Sie vom ersten Reinigungsflug über die Frühjahrsdurchsicht, Notfütterung und Erweiterung bis zu Honigraum, Ablegerbildung und Varroa-Monitoring. Futterbehälter und Bienenfutter, Mittelwände sowie weiteren Imkereibedarf finden Sie bei MEDÁREŇ.
Warum ist die Frühjahrskontrolle so wichtig?
Während des Winters lebt das Volk von seinen Vorräten und hält die Wintertraube warm. Sobald die Königin stärker zu legen beginnt, müssen die Bienen das Brutnest auf einer deutlich höheren Temperatur halten, Larven versorgen und Wasser eintragen. Deshalb kann der Verbrauch gerade am Ende des Winters stark steigen – zu einer Zeit, in der Kälterückfälle und Trachtlücken noch häufig sind.
Eine zu frühe und lange Durchsicht kann die Brut auskühlen. Eine verspätete Futterkontrolle kann dagegen zum Verhungern des Volkes führen. Wird ein stark wachsendes Volk zu spät erweitert, steigt der Schwarmdruck. Wird einem schwachen Volk zu früh viel leerer Raum gegeben, kann es diesen kaum besetzen und temperieren.
Der wichtigste Grundsatz lautet daher: zuerst beobachten, anschließend gezielt eingreifen und jede Maßnahme an das einzelne Volk anpassen.
Übersicht der Frühjahrsarbeiten
| Zeitraum | Wesentliche Arbeiten | Wichtige Vorsicht |
|---|---|---|
| Vorfrühling | Fluglöcher kontrollieren, Reinigungsflug beobachten, blockierte Eingänge freimachen | Beuten ohne dringenden Grund nicht öffnen |
| Erste warme Tage | Kurze Kontrolle von Futter und Volkszustand | Sonnig, windstill und ausreichend warm; Öffnungszeit kurz halten |
| März bis April | Boden reinigen, Raum anpassen, bei Bedarf Notfütterung, Tränke einrichten | Notfütterung nicht mit automatischer Reizfütterung verwechseln |
| April | Schrittweise Erweiterung, Mittelwände, Varroa-Monitoring | Volksstärke und Wetter sind wichtiger als das Datum |
| April bis Mai | Honigräume aufsetzen, Schwarmkontrollen, Ableger vorbereiten | Schwache Völker nicht überfordern, starke nicht einengen |
| Nach der ersten Tracht | Gesundheitslage und weitere Betriebsweise bewerten | Arzneimittel nur bei Indikation und nach Zulassung anwenden |
Die Zeitangaben dienen nur zur Orientierung. In hoch gelegenen Regionen können sich einzelne Schritte um mehrere Wochen verschieben. Ein Kälteeinbruch ist immer ein Grund, den Plan anzupassen.
Was Sie beim ersten Reinigungsflug beobachten sollten
Der Reinigungsflug bietet die erste gute Gelegenheit, die Völker zu beurteilen, ohne die Beuten auseinanderzunehmen. Achten Sie darauf:
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ob die Bienen regelmäßig aus- und einfliegen,
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ob alle Fluglöcher frei sind,
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ob ein Volk im Vergleich zu den Nachbarvölkern auffällig wenig Aktivität zeigt,
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ob ungewöhnlich viele tote Bienen ausgetragen werden,
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ob starke Kotspuren an Flugbrett und Beutenfront sichtbar sind,
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ob Räuberei oder Kämpfe am Flugloch auftreten.
Polleneintrag ist ein positives Aktivitätszeichen und steht häufig mit der Brutpflege in Zusammenhang. Er beweist allein jedoch nicht sicher, dass eine gesunde, legende Königin vorhanden ist. Auch geringe Flugaktivität ist nicht automatisch ein Notfall. Volksstärke, Sonneneinstrahlung und Fluglochausrichtung können das Bild beeinflussen.
Bei starkem Durchfall, auffälligem Geruch, massivem Totenfall oder verdächtigem Brutbild sollten Sie keine Waben zwischen Völkern austauschen. Holen Sie fachliche beziehungsweise tierärztliche Unterstützung ein.
Wann darf die erste Frühjahrsdurchsicht stattfinden?
Für eine normale erste Durchsicht eignet sich ein sonniger, windstiller Tag mit ungefähr 15 °C oder mehr, an dem die Bienen aktiv fliegen. Eine sehr kurze Notkontrolle kann bei begründetem Verdacht auf Futtermangel auch vorsichtiger erfolgen. Das Brutnest sollte bei kühlem Wetter jedoch nicht zerlegt werden.
Bereiten Sie vor dem Öffnen alles vor:
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Schutzkleidung und Handschuhe,
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einen funktionierenden Smoker,
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Stockmeißel,
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saubere Diagnoseeinlage oder Ersatzboden,
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geeignetes Futter für einen möglichen Notfall,
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Stockkarte oder digitale Dokumentation.
Die Durchsicht soll kurz, ruhig und zielgerichtet sein. Sie müssen weder die Königin finden noch jede Wabe ziehen. Beantworten Sie vor allem diese Fragen: Ist das Volk am Leben? Hat es erreichbare Vorräte? Gibt es frische Brut? Wirkt das Brutbild normal? Ist der Raum der Volksstärke angepasst?
Erste Frühjahrsdurchsicht Schritt für Schritt
1. Volksstärke einschätzen
Zählen Sie nicht nur Rähmchen, sondern beurteilen Sie, wie viele Wabengassen und Waben tatsächlich mit Bienen besetzt sind. Vergleichen Sie die Völker desselben Standes miteinander. Deutliche Unterschiede liefern oft mehr Information als ein pauschaler Zahlenwert.
Ein schwaches Volk sollte nicht automatisch vereinigt werden. Klären Sie zuerst, warum es schwach ist. Bei einer Erkrankung könnten Sie durch das Vereinigen Bienen, Waben und Erreger in ein anderes Volk übertragen. Eine Vereinigung ist erst nach Bewertung von Gesundheitszustand und Königin sinnvoll.
2. Erreichbare Futtervorräte kontrollieren
Nicht nur das Gesamtgewicht der Beute ist entscheidend. Das Futter muss für die Bienen in der Nähe der Wintertraube beziehungsweise des Brutnestes erreichbar sein. Bei Kälte kann ein Volk verhungern, obwohl sich einige Waben weiter noch Vorräte befinden.
Ein universeller Mindestwert in Kilogramm passt nicht zu jeder Beute, Volksstärke und Jahreszeit. Prüfen Sie Futterkränze, Beutengewicht, Brutausdehnung und die zu erwartende Trachtentwicklung. Bei Unsicherheit ist eine frühzeitige, saubere Notversorgung besser als Abwarten.
3. Brut und Königin beurteilen
Frische Eier und junge Larven sind ein besserer Hinweis auf eine kürzlich legende Königin als ausschließlich verdeckelte Brut. Verdeckelte Brut kann noch einige Zeit vorhanden sein, nachdem eine Königin verloren gegangen ist.
Das Brutbild sollte im Verhältnis zu Volksstärke und Alter der Königin plausibel wirken. Lücken können viele Ursachen haben, darunter Alter oder Leistung der Königin, Futterknappheit, Kälteschäden und Krankheiten. Eine einzelne auffällige Wabe reicht nicht für eine sichere Diagnose.
4. Boden und Diagnoseeinlage ansehen
Das Gemüll zeigt, wo die Wintertraube saß, wie Vorräte verbraucht wurden und ob Milben gefallen sind. Entfernen Sie tote Bienen und Schmutz, sofern die Beutenkonstruktion eine schnelle Reinigung zulässt. Ein austauschbarer Boden verkürzt die Arbeit deutlich.
5. Raum anpassen
Ein schwaches Volk soll nicht unnötig viel leeren Raum temperieren. Eine passende Trennwand oder Einengung kann helfen. Die Maßnahme muss jedoch zur Beutenart und zur Wetterprognose passen. Ein schnell wachsendes Volk braucht bald wieder ausreichend Platz.
Wichtig: Lassen Sie Brutwaben nicht länger als nötig außerhalb der Beute. Kalter Wind kann offene Brut schnell schädigen, auch wenn die Lufttemperatur auf den ersten Blick ausreichend erscheint.
Was tun bei Futtermangel?
Frühjahrsnot kann innerhalb weniger Tage entstehen. Das Volk brütet stark, während eine Schlechtwetterphase den natürlichen Eintrag stoppt. Ein starkes Volk verbraucht dabei mehr als ein kleines.
Mögliche Warnzeichen sind:
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eine auffällig leichte Beute,
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leere Waben direkt am Brutnest,
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Bienen, die tief mit dem Kopf in Zellen stecken,
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geringe Aktivität und rasche Abnahme der Volksstärke,
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verlassene oder ausgekühlte Brut.
Geeignete Hilfe
Eine Futterwabe aus einem nachweislich gesunden eigenen Volk kann nahe am Bienensitz eingehängt werden. Verwenden Sie keine Waben und keinen Honig unbekannter Herkunft, da damit Krankheitserreger übertragen werden können.
Futterteig wird über die besetzten Wabengassen gelegt, damit die Bienen ihn auf kurzem Weg erreichen. Er eignet sich besonders bei wechselhaftem Wetter.
Zuckerlösung kommt erst infrage, wenn Temperatur und Betriebsweise eine sichere Abnahme erlauben. Verwenden Sie ein geeignetes Futtergeschirr innerhalb der Beute. Verschüttete Lösung und offene Fütterung fördern Räuberei.
Eine Auswahl finden Sie unter Futterteig für Bienen sowie Futterbehälter und Futter für Bienen.
Notfütterung und Reizfütterung sind nicht dasselbe
Bei der Notfütterung wird fehlende Nahrung ergänzt, damit das Volk überlebt. Besteht Hunger, ist schnelles Handeln notwendig.
Die Reizfütterung soll eine kleine, kontinuierliche Tracht nachahmen und den Brutumfang fördern. Sie ist weder in jeder Region noch bei jedem Volk erforderlich. Mehr Brut bedeutet gleichzeitig einen höheren künftigen Verbrauch. Folgt eine lange Kälteperiode, kann ein gereiztes Volk zusätzliche Versorgung benötigen.
Prüfen Sie vor einer Reizfütterung:
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Sind genügend Reserven für einen Wetterrückschlag vorhanden?
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Wann beginnt am Standort voraussichtlich die erste nutzbare Haupttracht?
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Können Sie Futterabnahme und Vorräte anschließend zuverlässig kontrollieren?
Füttern Sie nur sauber und innerhalb der Beute. Beenden Sie die Reizfütterung rechtzeitig vor dem Aufsetzen von Honigräumen für Speisehonig, damit Futter nicht in die Ernte gelangt.
Eine sichere Bienentränke einrichten
Wasser wird zum Verdünnen von Vorräten, zur Larvenfütterung und zur Regulierung des Beutenklimas benötigt. Stellen Sie die Tränke auf, bevor sich Flugbienen an einen Gartenteich, Pool oder eine andere unerwünschte Quelle gewöhnen.
Eine gute Bienentränke:
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steht an einem warmen, sonnigen Platz,
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liegt in der Nähe, aber nicht direkt in der Hauptfluglinie,
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bietet Steine, Kork, Moos oder eine andere sichere Landefläche,
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besitzt keine tiefe freie Wasserfläche, in der Bienen ertrinken,
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wird regelmäßig gefüllt und gereinigt.
Geben Sie Salz, Vitamine oder andere Zusätze nicht ohne einen begründeten und fachlich abgesicherten Zweck ins Wasser. Wichtiger ist eine dauerhaft verfügbare und hygienisch gepflegte Quelle.
Wann und wie wird die Beute erweitert?
Bei der Erweiterung sind beide Extreme problematisch. Zu früh gegebener Raum erhöht den Wärmebedarf. Eine zu späte Erweiterung begrenzt die Königin, blockiert das Brutnest mit Nektar und fördert Schwarmstimmung.
Orientieren Sie sich an:
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der Zahl tatsächlich besetzter Waben,
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Umfang und Lage der Brut,
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Bautätigkeit,
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Pollen- und Nektareintrag,
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Wetterprognose,
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Beutensystem und Betriebsweise.
Mittelwände richtig geben
Eine Mittelwand sollte bei kühlem Wetter nicht automatisch mitten in ein kompaktes Brutnest gehängt werden. Beginnen Sie bei einem wachsenden Volk abhängig von seiner Stärke am Rand des Brutnestes. Geben Sie die nächste Mittelwand, wenn die vorherige gut ausgebaut und der zusätzliche Raum besetzt wird.
Verschiedene Maße finden Sie in der Kategorie Bienenwachsmittelwände. Prüfen Sie vor der Bestellung das Rähmchenmaß; die Mittelwand ist kleiner als das äußere Rähmchen.
Wann kommt der Honigraum auf die Beute?
Kirschblüte, Obstblüte oder Raps können am jeweiligen Standort als phänologischer Hinweis dienen. Entscheidend bleibt jedoch das Volk: Es muss den vorhandenen Raum weitgehend besetzen und eine stärkere Tracht muss bevorstehen oder bereits begonnen haben.
Wie der Honigraum aufgesetzt wird, hängt vom System ab. Bei einem hohen Brutraum steht er üblicherweise über dem Brutraum. Bei mehrzargigen Flachzargenbetriebsweisen können die Schritte anders aussehen. Ein Absperrgitter ist ein Werkzeug der Betriebsweise und keine zwingende Pflicht. Wenn Sie es nutzen, setzen Sie es so ein, dass die Bienen den Honigraum annehmen können.
Passende Komponenten finden Sie unter Bienenbeuten und Beutenzubehör.
Schwarmstimmung erkennen und vorbeugen
Schwärmen ist die natürliche Vermehrung des Bienenvolkes. Für die Imkerei bedeutet der Auszug der alten Königin mit einem großen Teil der Bienen häufig einen deutlichen Ertragsverlust.
Auf eine aktive Schwarmstimmung können hinweisen:
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Platzmangel für Brut und Nektar,
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bestiftete Spielnäpfchen mit Larven und Futtersaft,
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mehrere ausgebaute oder bereits verdeckelte Weiselzellen,
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eingeschränkte Eiablage der Königin,
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eine typische Veränderung des Verhaltens und dicht sitzende Bienen.
Leere Spielnäpfchen oder Drohnenbrut allein sind kein sicherer Beweis für einen unmittelbar bevorstehenden Schwarm.
Sinnvolle Vorbeugung
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rechtzeitige Erweiterung entsprechend der Volksstärke,
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genügend ausgebaute Waben und passend eingesetzte Mittelwände,
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regelmäßige Kontrollen während der Schwarmzeit,
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Bildung eines Ablegers aus einem starken und gesunden Volk,
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Erneuerung einer alten oder unbefriedigenden Königin,
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geeigneter Standort und ausreichende Lüftung.
Das bloße Brechen von Weiselzellen beseitigt die Ursache nicht. Wird dabei eine bereits benötigte Nachschaffungs- oder Umweiselungszelle zerstört, kann das Volk zusätzlich geschädigt werden. Bei belegten Weiselzellen ist ein vollständiger, zur Betriebsweise passender Schwarmverhinderungsplan nötig.
Schwarmkisten und Fanghilfen finden Sie bei den Hilfsmitteln beim Schwärmen.
Ableger im Frühjahr bilden
Ein Ableger vermehrt den Bestand, schafft eine Reservekönigin und kann bei sehr starken Völkern den Schwarmdruck senken. Er darf aber weder zu früh noch aus einem kranken oder schwachen Volk gebildet werden.
Vor der Ablegerbildung benötigen Sie:
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ausreichend Bienen und Brut im Muttervolk,
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passendes Wetter und reife Drohnen, falls keine begattete Königin zugesetzt wird,
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vorbereitete Beute oder Ablegerkasten,
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ausreichende Futterversorgung,
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einen Plan für weitere Kontrollen und das Varroa-Management.
Kontrollieren Sie beim Umhängen genau, auf welcher Wabe die alte Königin sitzt. Eine pauschale Zahl an Brutwaben passt nicht zu allen Rähmchenmaßen, Volkstärken und Ablegertypen.
Varroa im Frühjahr: kontrollieren statt schematisch behandeln
Die Varroamilbe (Varroa destructor) vermehrt sich in verdeckelten Brutzellen und spielt eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Viren. Zur Frühjahrspflege gehört deshalb ein verlässliches Monitoring. Eine automatische Behandlung aller Völker zum gleichen Datum ist dagegen nicht in jeder Situation sinnvoll.
In Österreich dürfen nur dafür zugelassene Tierarzneimittel entsprechend Packungsbeilage und aktueller Rechtslage eingesetzt werden. Die AGES weist darauf hin, dass Oxalsäure gegen Milben auf erwachsenen Bienen wirkt, nicht aber in verdeckelte Brutzellen hinein. Ihre Anwendung ist daher besonders für brutfreie Völker vorgesehen.
Möglichkeiten des Monitorings
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natürlicher Milbenfall auf einer sauberen Diagnoseeinlage,
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Auswaschprobe einer definierten Bienenprobe,
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Puderzuckermethode,
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Kontrolle von Drohnenbrut als ergänzende Information,
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dokumentierter Vergleich mehrerer Messungen.
Der natürliche Milbenfall verändert sich mit Jahreszeit, Brutumfang und Volksstärke. Eine einzige fixe Tagesgrenze ist daher nicht für das gesamte Jahr und jede Methode geeignet. Bewerten Sie das Ergebnis anhand der verwendeten Methode und aktueller österreichischer Empfehlungen.
Grundsätze einer sicheren Behandlung
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nur in Österreich zugelassene Präparate verwenden,
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Dosis, Temperaturbereich, Behandlungsdauer und Wartezeit exakt einhalten,
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bei aufgesetzten Honigräumen nichts anwenden, was für diese Phase nicht ausdrücklich zugelassen ist,
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Brutfreiheit bei oxalsäurehaltigen Verfahren berücksichtigen,
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Wirksamkeit nach der Behandlung kontrollieren,
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bei Unsicherheit Tierarzt, Bienengesundheitsdienst oder Fachberatung einbeziehen.
Produkte und Diagnosehilfen finden Sie in der Kategorie Behandlung von Bienenvölkern. Das Sortiment ersetzt weder die Zulassung noch die Packungsbeilage und eine fachliche Beurteilung.
Häufige Fehler bei der Frühjahrsarbeit
Öffnen nach Kalender
Ein Datum garantiert kein geeignetes Wetter. Temperatur, Wind, Vorhersage und Flugaktivität sind entscheidend.
Langes Suchen nach der Königin
Bei der ersten Durchsicht reicht meist die Beurteilung frischer Brut. Langes Zerlegen kühlt das Volk aus.
Reizfütterung ohne Futterreserve
Mehr Brut erhöht den Verbrauch. Ohne ausreichende Vorräte und Folgekontrollen kann die Maßnahme zum Risiko werden.
Zu frühe Erweiterung
Ein kleines Volk besetzt und wärmt keinen großen leeren Raum. Erweitern Sie nach Volksstärke, nicht nach der Nachbarimkerei.
Zu später Honigraum
Ein starkes, eingeengtes Volk lagert Nektar im Brutnest ein und kann schnell in Schwarmstimmung geraten.
Fremde Waben ohne Herkunftsnachweis
Honig, Futterwaben und ausgebaute Waben unbekannter Herkunft können Krankheiten übertragen.
Arzneimittel ohne Monitoring und Anleitung
Ungezielte oder falsche Anwendung erhöht die Gefahr von Rückständen, Bienenschäden und Resistenzentwicklung.
Checkliste für März, April und Mai
März
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Reinigungsflug und freie Fluglöcher beobachten,
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Aktivität der Völker vergleichen,
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bei geeignetem Wetter Futter und frische Brut kurz kontrollieren,
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Böden reinigen oder austauschen,
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Völker mit Futtermangel versorgen,
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eine dauerhafte Bienentränke einrichten,
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vorhandene Ergebnisse des Winter- und Varroa-Monitorings auswerten.
April
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Brutentwicklung und Futterverbrauch beobachten,
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Raum und Mittelwände schrittweise geben,
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Brutbild und Gesundheit kontrollieren,
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Honigräume, Leerwaben und Absperrgitter vorbereiten,
-
Schwarmstimmung regelmäßig prüfen,
-
Ableger nur aus starken und gesunden Völkern planen.
Mai
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Honigräume nach Volksstärke und Tracht aufsetzen,
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belegte Weiselzellen und freien Raum kontrollieren,
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Ableger bilden und Königinnenmanagement planen,
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Varroa-Monitoring fortsetzen,
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vor der Ernte die Honigreife prüfen,
-
bei Honigräumen keine nicht zugelassenen Mittel einsetzen.
Häufig gestellte Fragen
Wann darf ich die Beute nach dem Winter erstmals öffnen?
Für eine normale Frühjahrsdurchsicht eignet sich ein sonniger, windstiller Tag mit ungefähr 15 °C oder mehr. Bei niedrigeren Temperaturen sollte die Beute nur für eine unverzichtbare kurze Hilfe geöffnet werden, beispielsweise bei unmittelbarer Hungergefahr.
Wie erkenne ich, ob eine Königin vorhanden ist?
Frische Eier und junge Larven sind der beste indirekte Hinweis auf eine kürzlich legende Königin. Nur verdeckelte Brut beweist nicht, dass die Königin aktuell noch im Volk ist.
Wie viel Futter braucht ein Volk im Frühjahr?
Es gibt keinen pauschalen Wert für jede Beute und Region. Beurteilen Sie Volksstärke, Brutumfang, Beutengewicht, die Nähe der Vorräte zum Bienensitz und die Wetterentwicklung.
Was gebe ich einem hungernden Volk?
Geeignet sind eine Futterwabe aus einem gesunden eigenen Volk oder Futterteig direkt über den besetzten Wabengassen. Flüssigfutter wird bei passender Temperatur in einem sicheren Futtergeschirr innerhalb der Beute gegeben.
Muss ich im Frühjahr reizfüttern?
Nein. Reizfütterung ist eine Option der Betriebsweise. Sie ist nur sinnvoll, wenn Reserven vorhanden sind, der Termin der örtlichen Tracht bekannt ist und das Volk anschließend kontrolliert werden kann.
Wann wird der Honigraum aufgesetzt?
Wenn das Volk stark genug ist, den vorhandenen Raum weitgehend besetzt und eine bedeutende Tracht beginnt. Die Obstblüte ist ein nützlicher Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht die Volkskontrolle.
Wie oft muss ich auf Schwarmstimmung kontrollieren?
Während der Hauptschwarmzeit in einem Intervall, das zur Entwicklung der Weiselzellen und zur Betriebsweise passt, häufig ungefähr wöchentlich. Wetter und durchgeführte Eingriffe können das Intervall verändern.
Wann wird im Frühjahr gegen Varroa behandelt?
Nach dem Ergebnis des Monitorings und entsprechend den aktuellen österreichischen Empfehlungen. Ein automatischer Termin ist nicht für jedes Volk geeignet. Verwenden Sie ausschließlich ein zugelassenes Tierarzneimittel und beachten Sie besonders die Einschränkungen während Tracht und Honigproduktion.
Fazit
Gute Frühjahrsarbeit beruht auf Beobachtung, rechtzeitiger Futterkontrolle und angemessener Erweiterung. Prüfen Sie zuerst, ob das Volk gesund erscheint, frische Brut besitzt und Futter erreichen kann. Danach folgen je nach Bedarf Reizfütterung, Mittelwände, Honigräume und Ableger.
Arbeiten Sie nicht ausschließlich nach dem Kalender. Vergleichen Sie die Völker, beobachten Sie Wetter und Blühverlauf und dokumentieren Sie Ihre Eingriffe. Varroa wird überwacht und bei Bedarf gezielt mit einem zugelassenen Präparat behandelt.
Für die Frühjahrssaison finden Sie bei MEDÁREŇ:
