Im Jahr 2025 erhielten wir zwei Goldmedaillen von der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

Welche Ausrüstung braucht man für die Königinnenzucht? Kompletter Ratgeber

Für den Einstieg in die Königinnenzucht benötigen Sie einen Umlarvlöffel, Weiselnäpfchen oder ein passendes Zuchtsystem, eine gute Beleuchtung mit Vergrößerung, Schlupfkäfige, Hilfsmittel zum Fangen und Zeichnen der Königin, Transport- und Zusetzkäfige sowie ein Begattungskästchen.

Wer regelmäßig größere Serien von Königinnen aufzieht, kann die Ausstattung später um einen Inkubator, zusätzliche Zuchtrahmen und weitere Käfige ergänzen.

Passende Werkzeuge und Komponenten finden Sie in der Kategorie Königinnenzucht auf medaren.at.

Aktualisiert: August 2026

Warum eigene Bienenköniginnen züchten?

Die Königin beeinflusst die Entwicklung, das Verhalten und die langfristige Leistung des gesamten Bienenvolkes. Durch die eigene Nachzucht können Imker gezielt Muttervölker auswählen, die sich am eigenen Standort bewährt haben.

Mögliche Auswahlkriterien sind:

  • Sanftmut,

  • geschlossenes Brutbild,

  • Vitalität und Frühjahrsentwicklung,

  • Schwarmneigung,

  • Hygieneverhalten,

  • Honigleistung,

  • Nutzung der regionalen Tracht,

  • Überwinterungserfolg.

Bei freier Begattung besteht allerdings keine vollständige Kontrolle über die Genetik. Die Herkunft der Mutterlinie ist bekannt, die junge Königin paart sich jedoch mit mehreren Drohnen aus der Umgebung. Eine gezielte Kontrolle der väterlichen Abstammung ist nur über Belegstellen oder instrumentelle Besamung möglich.

Wann beginnt die Königinnenzucht?

Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Bienenvölker stark sind, ausreichend junge Ammenbienen besitzen und genügend geschlechtsreife Drohnen vorhanden sind.

In Österreich beginnt die Königinnenzucht je nach Region häufig im späten Frühjahr. Die tatsächliche Saison hängt ab von:

  • Höhenlage,

  • Witterung,

  • Entwicklung der Bienenvölker,

  • Pollen- und Nektarangebot,

  • Drohnendichte,

  • geplanter Zuchtmethode.

In warmen Regionen kann früher begonnen werden als in alpinen Lagen. Entscheidend ist nicht ein festes Kalenderdatum, sondern der biologische Zustand der Völker.

Die wichtigsten Werkzeuge im Überblick

Hilfsmittel Zuchtphase Verwendung
Umlarvlöffel Umlarven Übertragen einer jungen Larve
Weiselnäpfchen Zuchtbeginn Grundlage der späteren Weiselzelle
Stirnlupe mit Licht Umlarven Vergrößerung und gezielte Beleuchtung
Zuchtrahmen Pflege Aufnahme der Zuchtlatten und Näpfchen
Schlupfkäfig Schlupf Schutz der reifen Weiselzelle und Königin
Inkubator Professionelle Zucht Kontrollierter Schlupf größerer Serien
Königinnenfangkäfig Handhabung Sicheres Fangen der Königin
Zeichengitter oder Zeichenrohr Zeichnen Schonendes Fixieren der Königin
Zeichenstift Dokumentation Kennzeichnung des Geburtsjahres
Transportkäfig Transport Geschützter Versand oder Standortwechsel
Zusetzkäfig Einweiseln Verzögerte Annahme durch das Bienenvolk
Begattungskästchen Begattung Hochzeitsflüge und Beginn der Eiablage

Ausstattung zum Umlarven

Umlarvlöffel

Beim Umlarven wird eine sehr junge Arbeiterinnenlarve aus ihrer Zelle in ein vorbereitetes Weiselnäpfchen übertragen. Die Larve darf dabei weder verletzt noch umgedreht werden.

Für den Einstieg eignet sich beispielsweise der Umlarvlöffel aus Kunststoff von BEE. Eine stabilere Alternative ist der Umlarvlöffel aus Aluminium.

Das Werkzeug muss gut in der Hand liegen und eine kontrollierte Bewegung auf dem Zellboden ermöglichen. Üben Sie die Handhabung zunächst an Larven, die nicht für eine Zuchtserie vorgesehen sind.

Weiselnäpfchen

Das Weiselnäpfchen bildet die Grundlage der späteren Weiselzelle. Nach dem Umlarven wird es über Halter und Zuchtlatte in den Zuchtrahmen eingesetzt.

Für das BEE-System sind Weiselnäpfchen im 20er-Pack erhältlich.

Prüfen Sie vor der Bestellung die Kompatibilität von Näpfchen, Halter, Zuchtlatte und Rahmen. Teile unterschiedlicher Systeme passen nicht zwangsläufig zusammen.

Stirnlupe mit Licht

Eine junge Larve ist nur wenige Millimeter groß und liegt in einem kleinen Futtersaftspiegel. Gutes Licht erleichtert die Auswahl und senkt das Risiko einer Verletzung.

Die Stirnlupe mit Licht BEE hält beide Hände frei und beleuchtet die Zellen in Blickrichtung.

Schützen Sie die Wabe beim Umlarven vor direkter Sonne, Wind und Austrocknung. Bereiten Sie alle Werkzeuge vor, bevor die Brutwabe aus dem Volk genommen wird.

Welche Larven sind geeignet?

Verwendet werden möglichst junge Larven, in der Regel bis ungefähr 24 Stunden nach dem Schlupf aus dem Ei. Sie sind klein, nur leicht gebogen und liegen auf dem Zellboden im Futtersaft.

Je jünger die geeignete Larve ist, desto länger kann sie die für die Königinnenentwicklung notwendige intensive Versorgung erhalten. Grundlagen zur Entwicklung von Königinnen beschreibt Penn State Extension.

Pflege und Schutz der Weiselzellen

Zuchtrahmen und Pflegevolk

Der Zuchtrahmen trägt eine oder mehrere Zuchtlatten mit den Weiselnäpfchen. Er wird je nach Methode in einen Starter, Finisher oder ein entsprechend vorbereitetes Pflegevolk gegeben.

Der Rahmen sollte:

  • zum verwendeten Beutenmaß passen,

  • Näpfchen und Halter sicher aufnehmen,

  • genügend Abstand für den Ausbau der Weiselzellen bieten,

  • eine einfache Kontrolle ermöglichen.

Entscheidend ist ein starkes Pflegevolk mit vielen jungen Ammenbienen. Ein hochwertiges Zuchtsystem kann ein schwaches oder unzureichend versorgtes Pflegevolk nicht ausgleichen.

Schlupfkäfige

Vor dem Schlupf müssen reife Weiselzellen geschützt werden. Eine zuerst geschlüpfte Königin könnte sonst die übrigen Zellen öffnen und ihre Konkurrentinnen töten.

Dafür eignet sich beispielsweise der Zander-Schlupfkäfig für Königinnen. Eine weitere Möglichkeit ist der Käfig zur Aufzucht und Reservehaltung von Königinnen.

Die Käfige müssen passend zum jeweiligen Zuchtsystem verwendet werden. Achten Sie darauf, dass geschlüpfte Königinnen entsprechend der Methode versorgt werden.

Künstliche Weiselzelle

Die künstliche Weiselzelle von Lyson kann bei der Befestigung, dem Schutz oder der weiteren Handhabung einer Weiselzelle eingesetzt werden.

Beachten Sie die vorgesehene Verwendung und prüfen Sie die Kompatibilität mit den übrigen Komponenten.

Inkubator

Bei größeren Serien können reife Weiselzellen in einen Inkubator zur Königinnenzucht umgesetzt werden.

Ein Inkubator erleichtert die zeitliche Organisation des Schlupfs. Er erfordert jedoch:

  • genaue Temperaturregelung,

  • kontrollierte Luftfeuchtigkeit,

  • zuverlässige Stromversorgung,

  • regelmäßige Funktionskontrolle,

  • einen Plan für einen möglichen Stromausfall,

  • korrektes Timing beim Umsetzen der Zellen.

Für die gelegentliche Nachzucht weniger Königinnen ist ein Inkubator normalerweise nicht erforderlich. Ein starkes Pflegevolk kann die Entwicklung der Weiselzellen auf natürliche Weise abschließen.

Königinnen richtig zeichnen

Eine gezeichnete Königin ist zwischen den Arbeiterinnen leichter zu erkennen. Durch die Farbe kann zugleich ihr Geburtsjahr dokumentiert werden.

Der internationale Fünfjahreszyklus lautet:

Letzte Jahresziffer Farbe
1 oder 6 Weiß
2 oder 7 Gelb
3 oder 8 Rot
4 oder 9 Grün
5 oder 0 Blau

Für Königinnen des Jahres 2026 wird Weiß verwendet.

Königinnen-Zeichengitter

Ein Königinnen-Zeichengitter hält die Königin vorsichtig auf der Wabe fest. Drücken Sie das Gitter nur so weit an, dass sie nicht davonlaufen kann. Zu starker Druck kann Beine, Flügel oder Hinterleib verletzen.

Der kleine Farbpunkt wird auf der Oberseite des Brustabschnitts aufgetragen. Kopf, Flügel und Hinterleib dürfen nicht mit Farbe bedeckt werden.

Lassen Sie die Markierung trocknen, bevor Sie die Königin freigeben.

Zeichenrohr und Fangkäfig

Alternativ kann ein Königinnenfanggerät in Pfeifenform verwendet werden.

Für das Fangen auf der Wabe eignet sich ein Fangkäfig für Königinnen aus Kunststoff. Schließen Sie den Clip langsam und kontrollieren Sie vorher die Position der Beine und des Hinterleibs.

Transport der Königin

Ein Transportkäfig für Königinnen schützt die Königin beim Versand oder beim Wechsel zwischen zwei Bienenständen.

Je nach Ausführung enthält der Käfig Platz für Futterteig und Begleitbienen. Während des Transports muss die Königin geschützt werden vor:

  • direkter Sonneneinstrahlung,

  • Überhitzung,

  • Zugluft,

  • starken Erschütterungen,

  • chemischen Dämpfen,

  • längerer Lagerung im geschlossenen Fahrzeug.

Auch ein Transportkäfig ist nur für eine vorübergehende Unterbringung vorgesehen.

Neue Königin in ein Volk einweiseln

Zum Einweiseln kann ein einfacher Zusetzkäfig oder ein doppelter Zusetzkäfig verwendet werden.

Der Käfig gibt dem Volk Zeit, sich an den Geruch der neuen Königin zu gewöhnen. Der Erfolg wird unter anderem beeinflusst durch:

  • sichere Weisellosigkeit,

  • vorhandene Nachschaffungszellen,

  • offene Brut,

  • Zustand und Alter der neuen Königin,

  • Volksstärke,

  • Trachtsituation,

  • Jahreszeit,

  • Dauer der Weisellosigkeit.

Vergewissern Sie sich vor dem Zusetzen, dass keine alte Königin vorhanden ist. Kontrollieren und entfernen Sie gegebenenfalls Nachschaffungszellen.

Wirken die Bienen am Käfig aggressiv, sollte die Königin nicht unmittelbar von Hand freigelassen werden. Befolgen Sie die Anleitung des Käfigsystems und beurteilen Sie das Verhalten des Volkes.

Begattungskästchen und Ableger

Eine unbegattete Königin benötigt ein kleines Bienenvolk, von dem aus sie zu ihren Hochzeitsflügen starten und sicher zurückkehren kann.

Eine Möglichkeit ist das Begattungskästchen B mit Futterkammer für sechs Rähmchen.

Ein Begattungskästchen benötigt:

  • ausreichend junge Bienen,

  • Futtervorrat oder geeignete Fütterung,

  • gute Belüftung,

  • ein für die Königin gut erkennbares Flugloch,

  • Schutz vor Räuberei,

  • einen geeigneten Standort.

Nach den Begattungsflügen wird kontrolliert, ob die Königin mit der Eiablage begonnen hat und sich normale Arbeiterinnenbrut entwickelt.

Welche Grundausstattung braucht ein Anfänger?

Für eine erste kleine Zuchtserie reichen normalerweise:

  • ein Umlarvlöffel,

  • Weiselnäpfchen mit passendem Zuchtrahmen,

  • eine Stirnlupe oder eine starke Arbeitsleuchte,

  • mehrere Schlupfkäfige,

  • ein Königinnen-Zeichengitter,

  • ein geeigneter Zeichenstift,

  • ein Fangkäfig,

  • Transport- und Zusetzkäfige,

  • ein vorbereitetes Begattungskästchen.

Ein Inkubator und weitere professionelle Technik können später ergänzt werden.

Häufige Fehler bei der Königinnenzucht

Zu alte Larven

Zum Umlarven werden die jüngsten geeigneten Larven verwendet. Ältere Larven haben einen größeren Teil ihrer Entwicklung bereits unter den Bedingungen einer Arbeiterinnenlarve verbracht.

Schlechte Sicht beim Umlarven

Ohne gutes Licht ist es schwierig, Alter und Lage der Larve korrekt zu erkennen. Eine beschädigte Larve wird vom Pflegevolk nicht erfolgreich weiterentwickelt.

Schwaches Pflegevolk

Hochwertige Königinnen erfordern viele junge Ammenbienen, ausreichend Nahrung und ein stabiles Mikroklima.

Austrocknung der Larven

Brutwaben und umgelarvte Zellen dürfen nicht lange Sonne, Wind oder trockener Luft ausgesetzt werden.

Verspätetes Käfigen

Reife Weiselzellen müssen entsprechend dem Zeitplan der verwendeten Methode rechtzeitig geschützt werden.

Zu starker Druck beim Zeichnen

Fangen Sie die Königin niemals durch Druck auf ihren Hinterleib. Zeichengeräte dürfen nur sehr vorsichtig verwendet werden.

Fehlende Annahmekontrolle

Die bloße Anwesenheit der Königin bedeutet noch keine erfolgreiche Einweiselung. Kontrollieren Sie später den Beginn der Eiablage und die Entwicklung normaler Arbeiterinnenbrut.

Zeitplan der Königinnenentwicklung

Von der Eiablage bis zum Schlupf vergehen bei einer Bienenkönigin ungefähr 16 Tage.

Entwicklungsphase Ungefährer Zeitraum
Ei 1.–3. Tag
Offene Larve Etwa 4.–8. Tag
Verdeckelte Weiselzelle Ungefähr ab dem 8. Tag
Schlupf Ungefähr am 16. Tag
Reifung und Orientierungsflüge In den folgenden Tagen
Hochzeitsflüge Abhängig von Reife und Wetter
Beginn der Eiablage Einige Tage nach erfolgreicher Begattung

Wird eine etwa eintägige Larve umgelarvt, schlüpft die Königin nicht 16 Tage nach dem Umlarven, sondern normalerweise ungefähr 11 bis 12 Tage später.

Notieren Sie den Zuchtbeginn und alle geplanten Arbeitsschritte in einem Kalender.

Häufig gestellte Fragen

Braucht man für die Königinnenzucht einen Inkubator?

Nein. Bei kleinen Serien können die Weiselzellen im Pflegevolk ausreifen. Ein Inkubator erleichtert größere Serien und eine genauere Organisation des Schlupfs.

Muss man Larven umlarven?

Nein. Es gibt auch Zuchtsysteme und Methoden ohne manuelles Umlarven. Das Umlarven ist jedoch flexibel und erlaubt die gezielte Auswahl des Muttervolkes.

Welche Zeichenfarbe gilt 2026?

Weiß. Die Farbe Weiß wird für Jahre verwendet, die auf 1 oder 6 enden.

Woran erkennt man eine gute Königin?

Nicht allein an ihrer Größe. Wichtiger sind ein regelmäßiger Beginn der Eiablage, ein zusammenhängendes Brutbild, ihre Vitalität und die langfristige Entwicklung des Volkes. Lücken im Brutbild können verschiedene Ursachen haben und sollten nicht isoliert bewertet werden.

Wie lange dauert die Aufzucht einer Königin?

Vom Ei bis zum Schlupf ungefähr 16 Tage. Anschließend folgen Reifung, Hochzeitsflüge und der Beginn der Eiablage. Wetterbedingt kann der gesamte Ablauf mehrere Wochen dauern.

Wie viele Königinnen sollte ein Anfänger gleichzeitig aufziehen?

Für den Einstieg ist eine kleine Serie sinnvoller. So können Annahme, Entwicklung, Schlupf und Begattung jeder einzelnen Königin genau dokumentiert werden.

Fazit

Für die ersten selbst gezüchteten Königinnen benötigen Sie keine umfangreiche Profi-Ausstattung. Beginnen Sie mit Umlarvlöffel, Weiselnäpfchen, guter Beleuchtung, Schlupfkäfigen, Zeichengerät, Transportkäfigen und einem geeigneten Begattungskästchen.

Ebenso wichtig wie das Werkzeug sind ein sorgfältig ausgewähltes Muttervolk, möglichst junge Larven, ein starkes Pflegevolk, ein genauer Zeitplan und eine schonende Handhabung.

Alle beschriebenen Werkzeuge finden Sie in der Kategorie Zubehör für die Königinnenzucht.